Berlin : Pro & Contra: Knappe Mehrheit gegen den Gebühren-Boykott

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Das MaritimHotel an der Friedrichstraße wird am 26. Oktober möglicherweise recht unglamourös hinter einer Windelkette verschwinden: Berlins Landeselternausschuss will die Genossen, die zu ihrem Parteitag herbeieilen, mit einer Demonstration gegen die Erhöhung der Kitagebühren empfangen. Dies kündigte Vorstandsmitglied Michael Fleischhauer gestern an. Man werde sich dabei entweder auf Plakate beschränken oder nochmals die Windelkette hervorholen, mit der bei der Anti-Gebühren-Demo vor zwei Wochen schon das Rote Rathaus verhüllt wurde.

Wie berichtet, will der Landeselternausschuss nicht nur demonstrieren, sondern auch mit einem Boykott gegen die Anhebung der Beiträge vorgehen. Der Tagesspiegel fragte seine Leser in der Sonntagsausgabe, ob sie einen Boykott für die richtige Antwort auf die Gebührenerhöhung halten. Eine knappe Mehrheit von 54,4 Prozent der Anrufer antwortete mit Nein, 45,6 Prozent stimmten für den Protest.

Der Landeselternausschuss geht davon aus, dass es unter den Eltern „genug Rückhalt“ für den Boykott gibt. Vorstandsmitglied Fleischhauer betont, dass kein Kitaplatz gekündigt werden könne, nur weil die Eltern einmal nicht den vollen Beitrag einzahlen. Bislang ist geplant, dass Eltern mit einem Jahreseinkommen bis zu 22500 Euro für einen Monat nur ihren Essensbeitrag von 23 Euro überweisen. Alle anderen sollen den alten Beitrag einzahlen, also nur die Gebührenerhöhung einbehalten. Spandaus Jugendstadträtin Ursula Meys (SPD) weiß noch nicht, wie sie mit säumigen Eltern umgehen wird. „Ich warte erstmal ab, was passiert“, so Meys. Generell gelte: Gemahnt wird erst, wenn Eltern zwei Kitabeiträge im Rückstand sind. sve

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