PRO & Contra : PRO & Contra

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Es hört sich dramatisch an, wenn die Vorsitzende des Bezirkselternausschusses von Steglitz-Zehlendorf sagt, es gehe bei den Anwerbeversuchen für die Bundeswehr um Leben oder Tod. Recht hat sie trotzdem. Denn wer Berufssoldat wird, der verpflichtet sich, überall dorthin zu gehen, wohin man ihn schickt – auch nach Afghanistan. Für ihn ist der Einsatz nicht freiwillig. Und wer ablehnt, gilt als Kameradenschwein oder Feigling. Wenigstens dies sollte jemand den umworbenen Schülern sagen, am besten einer, der weiß, wie ein Einsatz dort Menschen verändert und manchmal auch vernichtet.

Wenigstens dies muss ein 17-Jähriger erfahren, der sich für den Bund entscheidet, weil seine alleinerziehende Mutter ihm kein Studium finanzieren kann und er schon während der Ausbildung zum IT-Experten gut verdient.

Aber selbst wenn man jedem Werber einen Mahner an die Seite stellen würde: In diesem Alter sind junge Menschen leicht zu beeinflussen. Das wissen – nicht nur – die Armeen auf der ganzen Welt. Das weiß auch die Bundeswehr.

Sicher darf sie für sich werben. Aber nicht in den Schulen, denn Eltern müssen ihre Kinder dorthin schicken. Sie müssen aber nicht hinnehmen, dass dort Werbung läuft, die für das weitere Leben ihrer Kinder sehr prägend und – ja – im Zweifel auch tödlich sein kann. Sandra Dassler

Sehr erfrischend, dieser Stefan Liebich: Was ihm nicht ins linksparteiliche Weltbild passt, wird einfach wegverboten. Als Gutmensch muss Liebich zur Kenntnis nehmen, dass es Kriege auf der Welt gibt und dass in Afghanistan sogar die böse, böse Bundeswehr an einem solchen Krieg beteiligt ist. Und weil die Macht der Linken noch nicht ausreicht, das Gute in der Welt durch Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan zu befördern, soll der Bundeswehr der menschliche Nachschub entzogen werden, indem man ihr – Liebichs Idee – die Werbung an Schulen verbietet. Das ist Friedenspolitik à la Linkspartei, immer nach dem Motto: Hauptsache korrekte Moral. Es geht nicht darum, dass die Bundeswehr kluge Jungs aus Abiturklassen wegrekrutiert. Aber von den „Streitkräften“ ist, mit Verlaub, im Grundgesetz die Rede.

Es ist der Bundestag, der über Bundeswehreinsätze entscheidet, und deshalb sollte an den Schulen nicht der Eindruck entstehen, da würden ein paar Uniform- und Waffenfreaks Rekruten für die Fremdenlegion anheuern wollen. Liebichs Vorschlag ist typisch Linkspartei: Es geht darum, Menschen eine Wahlmöglichkeit zu nehmen, weil die Genossen entschieden haben, was richtig und was falsch ist. Doch solange die Bundeswehr noch nicht verboten ist, sollten Offiziere ihre Arbeit vorstellen dürfen. Werner van Bebber

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