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Attraktion oder Ärgernis? Die ILA hat nicht nur Freunde, Gegner kritisieren vor allem den Lärm.
Attraktion oder Ärgernis? Die ILA hat nicht nur Freunde, Gegner kritisieren vor allem den Lärm.Foto: dpa

Mit Begeisterung wurde die ILA 1992 nach Berlin zurückgeholt, an ihren „historischen Platz in der Hauptstadt“, wie die Zeitungen schrieben. Denn schon 1912 gab es die erste Luftfahrtausstellung an der Spree. Nach der Wende war man in Berlin stolz darauf, wieder die wichtigste Fachmesse der Luft- und Raumfahrtindustrie neben dem Pariser Aerosalon und der Air-Show in Farnborough zu veranstalten. Es gab Besucherrekorde, 250 000 Schaulustige und Fachbesucher kamen zuletzt. Und Aussteller aus 42 Ländern. Eine Erfolgsgeschichte.

Und nun eine Absage? Es ist ja schon peinlich, dass Berlin und Brandenburg bei der Bewerbung viel zu langsam in die Gänge kamen. Aber wie wird man in anderen Städten, die eine solche Messe gerne hätten, den Berlinern den Vogel zeigen, wenn wir die ILA kampflos aufgeben. Das wäre Kamikaze-Sparen. Die nötigen Investitionen sind zwar hoch. Doch der Einsatz wird sich rentieren – durch mehr Arbeitsplätze, die auf der Messe und in der regionalen Luftfahrtbranche geschaffen werden, durch eine besser ausgelastete Hotellerie etc.. Auch die Attraktion vor der eigenen Haustür ist das Geld wert. Das werden tausende luftfahrtbegeisterte Berliner so sehen, die sich alle zwei Jahre auf die ILA freuen. Christoph Stollowsky

Wie klingt eigentlich ein Luftkrieg? Wer eine Ahnung bekommen will, sollte an den ILA-Tagen einen Ausflug Richtung Südosten unternehmen. Da sitzt man arglos zwischen Köpenick und Königs Wusterhausen – und erschrickt fast zu Tode, wenn eine Jagdbomberrotte über über einen wegdonnert, dass die Ohren fiepen. Mag mancher Ballerspielfreund das voll geil finden, aber für viele – es sind etwa 200 000, die rund um Schönefeld wohnen – ist es schwer erträglich. Aber darf man überhaupt nörgeln, wenn Wachstumsbeschleunigung in Gestalt einer Messe ansteht? Schließlich haben die Besucher ja einmalig die Gelegenheit, mit dem Finger den neuesten Airbus und den tollsten Eurofighter abzuklopfen, um die nötige halbe Milliarde hinzublättern. Das hilft dem Standort Berlin so sehr, dass das Land ein paar Steuermillionen für die Messe draufpacken muss. Im Ernst: Die ILA ist in dieser Form ein dreifaches Ärgernis. Waffenschau plus Werbung für die klimaschädlichste Art des Reisens und Konsumierens plus Nervenkitzel, auf den viele seit Ramstein (70 Tote und 1000 Verletzte) gern verzichten würden. Keine Frage, dass Berlin und Umland von der Luftfahrtindustrie profitieren. Aber diese Messe ist das Letzte.Stefan Jacobs

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