PRO & Contra : PRO & Contra

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Lärm ist ärgerlich und macht auf Dauer krank! Wie gut, dass sich schon mit einer einzigen Verordnung der Geräuschpegel erheblich reduzieren ließe: Tempo 30 – überall. Dann würden nicht nur die dröhnenden Motoren rasender Autos der Vergangenheit angehören, sondern auch viele Unfälle. Schnelles Autofahren ist im Straßenverkehr das Risiko schlechthin. Angenommen, ein Auto fährt 50 km/h und ein Kind springt 15 Meter davor auf die Straße, dann trifft es der Pkw immer noch mit 47 km/h, selbst wenn der Fahrer sofort bremst. Glauben Sie nicht? Fragen Sie einen Wissenschaftler. Unabhängig davon nimmt die Feinstaubbelastung bei Tempo 30 ab. Was also spricht für schnelleres Fahren? Eher am Ziel zu sein? Kaum. Denn wenn die Berliner es am eiligsten haben, auf dem Weg zur und von der Arbeit, hat sich Tempo 30 ohnehin durchgesetzt. Ob Heerstraße oder Karl-Marx-Allee: Da stehen dann alle Stoßstange an Stoßstange.Hannes Heine

Wenn die Tempo-30-Regel für Nebenstraßen, vor Schulen oder an Unfallschwerpunkten gilt, ist das akzeptabel. Nicht tolerabel aber ist die Schneckengeschwindigkeit als Regel. Psychologisch betrachtet ist Tempo 30 für Motorisierte gefühlt viel zu langsam, gefahren wird sowieso um fünf bis zehn km/h schneller. Man verliert auch viel Zeit, die nicht aufgeholt wird. Denn Tempo 30 muss dann auch für Busse, Straßenbahnen und rasende Fahrradfahrer gelten. Dessen Einführung dient nur einem einzigen Zweck: Sie soll den Autofahrern die Fortbewegung schwerer machen. Auch wenn es kein Politiker zugeben würde: Tempo-30-Zonen eignen sich gut als exzellente Einnahmequelle. Der staatlichen „Wegelagerei“ wären dann keine Grenzen mehr gesetzt. Warum bezieht man stattdessen nicht Autos in den Emissionshandel ein und verlangt Klimaabgaben? Das wäre nachhaltiger und ein richtiges Zeichen – statt Autofahrer mal wieder zu gängeln. Sabine Beikler

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