PRO & Contra : PRO & Contra

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Fünf Worte, die unser kleiner Junge zuerst gelernt hat: Mama, Papa, Ball, nein, Puter. Puter heißt inzwischen Romputer und steht für Computer. Es ist nicht so, dass wir den Jungen da bewusst herangeführt hätten. Und es ist auch nicht so, dass wir zu Hause dauernd am Bildschirm säßen und nichts Besseres zu tun hätten. So ein kleiner Mensch kann im Jahr 2011 gar nicht anders, als all die blinkenden und piependen Laptops, Smartphones und Tablet-Computer um sich herum wahrzunehmen und sich zu fragen, was da wohl dahintersteckt. Ist doch gut, dass er so aufgeweckt ist und sich das fragt. Für ihn sind Computer von Beginn seines bewussten Lebens an eine Selbstverständlichkeit. Man kann das beklagen, man kann es ganz toll finden, man kann es jedenfalls nicht ausblenden. Nicht die Technik ist schlecht, nicht die Hardware, nicht die Software, nicht das Internet. Der Umgang damit ist entscheidend. Das Gute vom Schlechten zu unterscheiden, ist im unüberschaubaren Netz fast noch schwieriger als in der realen Welt. Das verlangt nach Schulung. Wenn digitale Technik schon Kleinkinder nicht mehr loslässt, dann dürfen wir sie damit weder allein lassen noch davon fernhalten. Spätestens im Grundschulalter müssen wir sie an das heranführen, was gut ist und lehrreich im Netz – und was Spaß macht. Markus Hesselmann

Schreiben wir mal kurz eine bessere Welt herbei: Kinder bis zum Alter von zwölf sollten keinen Zugang zu Computern haben – und um noch einen draufzusetzen: auch nicht zu computerartigem elektronischen Spielzeug. Sie brauchen das nicht. Kinder brauchen Eltern, die Zeit für sie haben, sie brauchen viel Zeit zum Spielen, für Freiheit, Draußen-sein-Können, Sicherheit. Es gibt keinen Grund, sie einem Computer zu überlassen. Computer sind Arbeitsgeräte für Erwachsene, und eine wachsende Zahl ist von diesen Geräten so fasziniert, dass sie die Welt hinter dem Monitor langsam vergisst. Vorzugsweise diese von Rechnern und dem Netz faszinierten Erwachsenen argumentieren gern, Kinder müssten „möglichst früh Medienkompetenz/Internetkompetenz lernen“. Frei nach Edmund Stoiber kann man auch das Erlernen von Kompetenzkompetenz fordern - das ändert nichts daran, dass Computer Geräte sind und das Internet zuallererst nichts anderes als ein Medium. Von beidem kann man sich heftig bis zur Distanzlosigkeit faszinieren lassen. Wer mal Kindern am Computer zugesehen hat, begreift sofort, dass sie Distanz dazu nicht aufbauen können. Sie sind dem Zeichengewitter genauso ausgeliefert wie dem Suchtpotential elektronischer Dauerspiele oder Unterhaltung. Diese Attacken kommen noch früh genug. Werner van Bebber

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