Berlin : Pro & Contra: Schuluniformen: "Die Zeit ist reif"

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Schuluniformen - regelrecht über Nacht wurden sie zum Thema, nachdem sich eine Hamburger Klasse entschieden hatte, einheitliche Sweatshirts zu tragen. Bis nach Berlin schlagen die Wellen, auch hier gibt es inzwischen viel mehr Befürworter der Einheitskleidung als noch im vergangenen Jahr, wie der Tagesspiegel vor einer Woche berichtete. Jetzt hat auch der neue Berliner Landesschulsprecher seine Sympathie für die Idee bekundet.

"Soziale Unterschiede würden durch die gemeinsame Schulkleidung verdeckt", erwartet der 17-jährige Marvin Simmons. Alle Schulen sollten deshalb darüber abstimmen, ob sie Uniformen einführen. Wenn eine Mehrheit dafür votiere, müsse sich die Minderheit beugen und ebenfalls die genormten Sachen tragen - zumindest während einer einjährigen Versuchsphase, schlägt der Kreuzberger Gymnasiast vor. Dem müsse das "Recht auf Individualität" ausnahmesweise untergeordnet werden. Die Zeit sei "reif", dass darüber gesprochen werde, findet Simmons, der bereits seit fünf Jahren das Amt des Schülersprechers an seiner Robert-Koch-Oberschule innehat. Als einen günstigen Nebeneffekt betrachtet er die Verbannung von rechtslastigen Kleidungsinsignien.

Ganz andere Töne hört man von Seiten eines anderen Schülergremiums, der Landesschülervertretung. Sie lehne Schuluniformen "kategorisch" ab, betont ihr Sprecher Peter Hartig. Er begründet dies damit, dass die individuelle Freiheit eingeschränkt werde, Rechtsextremismus könne man so nicht bekämpfen. Außerdem stehe eine "künstlich homogenisierte Schule im Widerspruch zur heterogenen Gesellschaft". Hartig befürchtet zudem, dass man anhand der Schuluniform erkennen könne, zu welcher Schulart jemand gehöre. Dies fördere die Diskriminierung von Menschen, "die beispielsweise Real- oder Hauptschulen besuchen".

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