Pro & Contra : Umstrittene Handy-Überwachung - wie denken Sie darüber?

23.01.2012 11:03 UhrVon Jörn Hasselmann, Lars von Törne
Der Staat kann durch die Überwachung von Mobiltelefonen umfangreiche Daten gewinnen. Sind die Maßnahmen legitim? Foto: dpa
Der Staat kann durch die Überwachung von Mobiltelefonen umfangreiche Daten gewinnen. Sind die Maßnahmen legitim? - Foto: dpa

Die Polizei wertet Handydaten aus, um nach Autobrandstiftern zu fahnden. In einem Pro und Contra setzen wir uns damit auseinander. Liebe Leserinnen, liebe Leser, diskutieren Sie mit und schreiben Sie uns Ihre Meinung.

Pro

Kriegen wir die Zündler nicht zu fassen, bekommen wir Haue. Ermitteln wir, um die Zündler zu finden, bekommen wir auch Haue. So sagte einmal ein Staatsanwalt. Besser kann man das Dilemma nicht auf den Punkt bringen. Lange bevor die Brandstiftungsserie richtig in Politik und Öffentlichkeit hochkochte, haben Polizei und Justiz ein Instrument genutzt, das rechtlich zulässig ist und in jedem Einzelfall von einem Richter abgesegnet wurde.

Diese Abfrage ist bei schweren Straftaten sinnvoll, nicht nur bei Mord und Terror. Und Brandstiftung ist eine schwere Straftat; nur durch Glück sind in den vergangenen Jahren nie Menschen zu Schaden gekommen.

„Aber da wird die Handynummer von Unbeteiligten gespeichert!“, rufen Datenschützer und andere Berufsbetroffene. Ja und? Der Staat interessiert sich nämlich nicht die Bohne dafür, dass ich zufällig in der Nähe eines Tatorts telefoniert habe. Keinem Richter wird das als „Beweis“ reichen, dass ich gezündelt habe. Gesucht wird der Täter, dazu ist diese technisch einfache und kostengünstige Methode sinnvoll und angemessen.

Es werden kein Bewegungsprofil und auch keine Gespräche aufgezeichnet – auch wenn dies die „Warner“ gerne unterstellen. Um nicht in sinnlosen Datenmengen zu ersaufen, löscht der Staat diese Verbindungsdaten schnellstmöglich wieder. Auch die Telefonkonzerne löschen möglichst schnell, denn Speichern ist teuer.

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