Berlin : Pro & Contra: Zeichen der Intoleranz entgegentreten

An der Hans-Grade-Oberschule ist es seit dem 1. Januar 2001 verboten, Springerstiefel zu tragen. Wir haben uns dazu entschieden, weil es eine wichtige Aufgabe der Schule ist, die Jugendlichen zu demokratischen Staatsbürgern zu erziehen. Dazu gehört in erster Linie das Respektieren des Anderen und das Einüben von friedlichen Konfliktlösungsstrategien. Der Verbreitung von nicht demokratischen, intoleranten und gewaltoffenen "Kulturen" ist unmissverständlich und mit allen demokratischen Mitteln entgegenzutreten.

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Gegenüber der Jugend muss eine Gesellschaft immer ein größeres Maß an Toleranz aufbringen, damit gerade hier gewisse positive gesellschaftliche Entwicklungen stattfinden können. Ausgrenzung, Diskriminierung und Unterdrückung dürfen in der Schule keine Möglichkeit der Ausbreitung finden. Die Wertebilder rechtsextremer Jugendlicher und Erwachsener sehen aber oft ganz anders aus: Ausländerhass, Gewaltbereitschaft, Unterdrückung nicht "Deutsch" denkender. Dieser Entwicklung einer gefährlichen "Kultur" heißt es, energisch zu begegnen.

An der Hans-Grade-Oberschule konnten wir seit ein bis zwei Jahren eine ähnliche Entwicklung bei einzelnen Schülern beobachten. Äußerliches Kennzeichen dieser Gesinnung sind nicht zuletzt die Springerstiefel, die Lonsdale-Jacken bzw. Sweatshirts und natürlich die Glatzen. Ein Verbot der Kleidung und der "Frisur" ist unter demokratischen Gesichtspunkten schwierig. Die Springerstiefel werden auch von der Polizei als äußerst gefährlich eingestuft (Stahlkappen), so dass sich ein Verbot schon aus Sicherheitsgründen an der Schule aufdrängt.

Unser Ziel ist es, äußere Erscheinungsformen der Rechten einzugrenzen, um ihnen Jüngeren gegenüber die Vorbildwirkung zu entziehen. Der Schule, den Eltern und den meisten Schülern ist klar, dass dies nicht das Problem aus der Welt schafft, aber es wird zunächst gelindert. Weitere Maßnahmen müssen folgen, so auch an der Hans-Grade-Oberschule: Projekttage, gezielte Aufarbeitung der jüngsten Geschichte, seine Meinung sagen, nicht wegsehen ... Die Gesellschaft muss sich wieder um ihre Jugend kümmern. Gebt den Kindern eine Chance!

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