Berlin : PRO & Contra

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Das Internet ist mehr als nur Youtube und Facebook. Es informiert und bildet, es ist ein Wirtschaftsfaktor und eine tolle Serviceeinrichtung, es dient dem zwischenmenschlichen Austausch und es befördert die Demokratie. Das Netz wird in Berlin von der Mehrheit der Bevölkerung regelmäßig genutzt. Es gehört zum täglichen Leben und ist so etwas wie öffentlich-private Daseinsvorsorge. In diesem Sinne sollte der Senat das eigene Bemühen verstehen, das jetzt zu scheitern droht, in der Innenstadt ein kostenloses und flächendeckendes WLANNetz anzubieten. Mit Hilfe privater Investoren. Das Bedürfnis, auch auf der Straße, im Café oder im Park ins Netz zu gehen, wächst. Aber nicht jeder kann es sich leisten, mobile Internetdienste per Handy, Netbook oder Notebook in Anspruch zu nehmen. Es wäre bürgerfreundlich und könnte sich zu einem guten Standortfaktor für Berlin entwickeln, wenn sich das flächendeckende WLAN realisieren ließe. Trotz technischer Tücken und städtebaulicher Bedenken: Wenigstens schrittweise sollte sich der Senat dem Projekt nähern. Ulrich Zawatka-Gerlach

Gibt es das Thema Strahlung eigentlich noch? Nicht einmal die Grünen haben Bedenken, ganz Berlin mit hochfrequenten elektromagnetischen Feldern abzudecken, so dass niemand mehr selbst steuern kann, welcher Strahlung er ausgesetzt ist. Zu Hause kann jeder seinen WLAN-Router, das Handy und das Schnurlostelefon abschalten, in der Stadt ginge das nicht. Und wofür das alles? Für ein paar Leute. Viele können es nicht sein: In der Innenstadt sind massenhaft Hotspots, und jeder kann über sein Handy online sein. Die Gruppe derer, die dann als Nutzer des freien Netzes übrig bleibt, ist sicher nicht groß. Die Bundesregierung rät Bürgern, ihre persönliche Strahlenexposition so gering wie möglich zu halten. Deswegen sollte auch der öffentliche Raum keine unnötigen Belastungen bieten. Die Spätfolgen sind noch nicht abschätzbar – hat vielleicht die steigende Krebsrate doch was damit zu tun? Das weiß keiner. WLAN in der ganzen Stadt könnte deshalb zweierlei sein: ein Grund, aufs Dorf zu ziehen. Und ein interessantes Experiment – allerdings am Menschen. Fatina Keilani

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