Berlin : Problemfall Olympiastadion – hier ist Ärger im Spiel

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Eigentlich sollten die Fans auf der Gegengeraden längst ein Dach über dem Kopf haben – doch die Arbeiten verzögern sich. HansWolf Zopfy von der Walter Bau-AG spricht von „technischen Problemen“. Denn: „Wir arbeiten ohne unterstützende Hilfsbauten im Innenbereich. Der Zuschauer kann so auf das Spielfeld gucken, für uns ist das aber schwieriger.“ Ein Teil des Daches soll nun zum ersten Heimspiel von Hertha BSC nach der Winterpause fertig sein, sagt Zopfy. „Zum Pokalendspiel im Mai haben wir unseren Rückstand aufgeholt.“ Ein Problem ist das Wetter: Die Dachschicht könnte beim Ausrollen wegen der Kälte brechen. Die Dachbauten sind 2004 abgeschlossen.

Die Sicht: Da das Stadiondach einen nicht geschlossenen Ring bildet, muss es mit dicken Stützpfeilern getragen werden. Diese schränken die Sicht einiger Zuschauer im Oberring ein. Bei einem geschlossenen Ring wäre eine sich selbst tragende Konstruktion möglich gewesen. Dann aber wäre die Sichtachse zum Glockenturm unterbrochen gewesen – was der Denkmalschutz verboten hat. Gut für die Zuschauer: Die störenden Lautsprecherboxen wurden entfernt. Befürchtungen, die Gäste der teuren Logen könnten wegen der Stützpfeiler für den Oberring ein eingeschränktes Sichtfeld haben, nennt Zopfy unzutreffend. Im Gegenteil: „Die ersten Besucher sind sehr zufrieden.“

Die Sitze: Früher saßen die Zuschauer im Olympiastadion auf Bänken. Diese wurden aus Sicherheitsgründen entfernt und dafür Schalensitze eingebaut. Da diese über Rückenlehnen verfügen, ist die Beinfreiheit der Fans etwas eingeschränkt. Der Abstand zwischen den Sitzreihen wirkt geringer. Eine andere Lösung war jedoch nicht möglich: Der Abstand der Sitzreihen durfte nicht verändert werden – aus Gründen des Denkmalschutzes. Wenn die Bauarbeiten im Olympiastadion 2004 beendet sind, dann fasst die Arena 76 065 Zuschauer. Die Ehrentribüne wird derzeit komplett neu gestaltet. Nach der Fertigstellung 2004 wird es im Stadion rund 110 Einzellogen geben. AG

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