Berlin : Prof. Ex-Senator

Werner van Bebber

gratuliert Christoph Stölzl ganz herzlich zum neuen Titel Ein Hauch von Hochstapelei bleibt meistens von diesen Titel-Geschichten. Bei Christoph Stölzl, Museumsgeneraldirektor und Professor im Ruhestand, ist das anders. Er bot vor anderthalb Jahren seine nicht geringe Eloquenz auf, um zu erklären, warum er sich als „Professor“ anreden ließ, obwohl er nie zum Universitätsprofessor ernannt worden war: Stölzl, der in Berlin als Direktor des Deutschen Historischen Museums zu Ruhm und Ehre gelangte, war Professor nur auf Grund einer obskuren Berliner Sonderregelung geworden. In Berlin-West wurde man Museumschef mit Professorentitel, denn das wertete in Mauerzeiten einen Posten in der Halbstadt auf. Der Museumsdirektor im Ruhestand war folglich auch Professor im Ruhestand – den Universitätsprofessor behält man hingegen lebenslänglich. Stölzl ließ vor anderthalb Jahren, nach dem Outing als Ruhestandsprofessor, brav die Angaben im Abgeordneten-Handbuch korrigieren. Vor ein paar Tagen nun beantragte er abermals dessen Korrektur, denn er ist nun Honorarprofessor an der Hochschule Hanns Eisler. Ein Mann, ein Drang, ein Anspruch, ein Titel. Wir sind hier nicht in Wien.

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