Berlin : Profis müssen her

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VON TAG ZU TAG

Matthias Oloew schickt

die Macher der Love Parade in Rente

Da kann Dr. Motte pöbeln, so lange er will. Die Raver fühlen sich offenbar wohl in Berlin. Rund eine halbe Million kam zum TechnoSpektakel – die allermeisten davon waren keine Berliner, sondern Gäste aus ganz Deutschland und dem Ausland. Das ist erst einmal ein Erfolg. Die Techno-Jünger erhalten eine Atempause. Und diese Pause könnten die in die Jahre gekommenen Macher zum Nachdenken nutzen.

Denn sie verstehen offenbar nicht, dass sich die Diskussion um die Love Parade schon lange nicht mehr um das Ob, sondern um das Wie dreht. Keiner will das Techno-Spektakel mehr abschaffen. Der Wert für die Stadt ist längst erkannt. Nachdem aber die Love Parade seit zwei Jahren ihren Zenit überschritten hat, weiß offenbar niemand von den Machern, wie es weitergehen soll.

Denn sonst hätten sie in den fetten Jahren Rücklagen gebildet und würden darüber nachdenken, was man an der Love Parade ändern und verbessern könnte. „Wir haben die Schubladen voller zusätzlicher Ideen, die wir umsetzen wollen“, sagte der Love-Parade-Organisator Ralf Regitz 2002. Jetzt fragt man sich trotz der Rettung: Wo waren sie denn, die neuen Ideen? Der Zaun, das Catering – alles kommt aus dem Umfeld der Messegesellschaft und zeigt: Es wird Zeit, dass die Love Parade von echten Profis gemacht wird.

Was muss sich außerdem ändern? Vor allem die Musik. Techno allein reicht nicht mehr aus. Andere Stile, die die Hitparaden heute prägen, müssen her, damit die nächsten Love Parades wieder deutlich über der 500000er-Grenze liegen.

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