Projekt der Charité : Stiftung gegen Pädophilie erhält weitere Fördergelder

Das Projekt zur Behandlung von Pädophilen wird drei weitere Jahre unterstützt. Betroffene lernen in einer freiwilligen Therapie, ihr Verhalten zu kontrollieren.

Das bundesweit einmalige Projekt der Berliner Charité "Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch im Dunkelfeld" erhält weitere Fördergelder. Die Volkswagenstiftung hat 213.000 Euro bewilligt für die Fortsetzung der Forschung über einen Zeitraum von drei Jahren, wie das Charité-Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin sowie die Stiftung gemeinsam mitteilten. Das Bundesjustizministerium hatte Ende vergangenen Jahres bereits weitere Fördermittel bis 2010 von jährlich 250.000 zugesagt.

Das ambulante Programm der Charité unter der Überschrift "Lieben sie Kinder mehr als ihnen lieb ist?" wurde im Juni 2005 gestartet. Das mit dem Förderpreis Kriminalprävention 2007 ausgezeichnete Projekt richtet sich an Betroffene, die unter ihrer pädophilen Neigung leiden und vermeiden wollen, Kinder zu schädigen. In der Therapie lernen sie, ihr Verhalten zu kontrollieren und in Konfliktsituationen rechtzeitig gegenzusteuern. Bislang wurde den Angaben zufolge 150 Freiwilligen ein Therapieplatz angeboten, mehr als 30 Teilnehmer haben die Behandlung bereits beendet.

Betreut werden an der Charité nur Männer, die in keiner Form mehr unter der Aufsicht der Justiz stehen. Auch einige wenige Frauen suchten bei dem Projekt Hilfe. Bundesweit werden jährlich rund 15.000 Fälle sexuellen Kindesmissbrauchs offiziell bekannt. Dunkelziffer
liegt Schätzungen zufolge um ein Vielfaches höher. (tbe/ddp)

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