• Projekt "Kein Täter werden" an der Charité in Berlin: Senat finanziert Therapieangebot für Pädophile

Projekt "Kein Täter werden" an der Charité in Berlin : Senat finanziert Therapieangebot für Pädophile

Der Berliner Senat übernimmt die Finanzierung des Präventionsprojekts für pädophile Männer. Bisher zahlte das Justizministerum für das Therapieangebot an der Charité.

An der Grenze zur Tat. Wer pädophile Neigungen hat, kann sich vorsorglich behandeln lassen.
An der Grenze zur Tat. Wer pädophile Neigungen hat, kann sich vorsorglich behandeln lassen.Foto: picture alliance / dpa

Der Berliner Senat will im kommenden Jahr die Finanzierung der Präventionsarbeit für pädophile Männer und Jugendliche an der Berliner Charité übernehmen. Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) gab am Dienstag bekannt, für 2017 würden 570.000 Euro zur Verfügung gestellt. Davon sollen 350.000 Euro für die Behandlung von Patienten und 220.000 Euro für die Forschung eingesetzt werden.

Das Präventionsnetzwerk „Kein Täter werden“ ist das bundesweit bekannteste Therapieangebot an pädophile Männer. Bis Ende dieses Jahres wird es noch mit 585.000 Euro vom Bundesjustizministerium finanziert. Die Förderung läuft aber aus. In den vergangenen Monaten war über die Fortführung der Finanzierung verhandelt worden. Berlin übernimmt nun im kommenden Jahr den Löwenanteil, damit die Arbeit nicht unterbrochen werden muss, bis eine dauerhafte Lösung gefunden ist.

Mehr als 2300 Männer in Berlin suchten Hilfe

Heilmann sagte, ein so wichtiges Projekt dürfe nicht an Zuständigkeitsfragen bei der Finanzierung scheitern: „Deshalb bin ich froh, dass wir diese Allianz für den Fortbestand geschmiedet haben. Wenn wir auch nur ein Kind vor einem möglichen Missbrauch bewahren können, hat sich der Aufwand gelohnt.“

Das Netzwerk „Kein Täter werden“ verfügt über Anlaufstellen in elf Städten. In Berlin werden Gruppentherapien und Nachsorgegruppen für erwachsene Männer angeboten. Daneben gibt es ein Angebot für sexuell auffällige Jugendliche. Das Präventionsprojekt am Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin wurde 2005 ins Leben gerufen. Seitdem haben nach Angaben des Instituts in Berlin mehr als 2.300 Männer Hilfe gesucht, bundesweit mehr als 6.400. (epd)

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