Berlin : Promi-Handy beim Trödler gekauft 900 sensible Nummern

auf gestohlenem Telefon

Daten werden nicht nur in Callcentern oder Großbanken entwendet. Auch aus einem Fitnessstudio lassen sich heikle Daten holen. Wie zum Beispiel die Mobiltelefonnummer von Spitzenpolitikern und Wirtschaftsbossen. Kostenpunkt von etwa 900 Nummern: 50 Euro. Für dieses kleine Geld hat der 22-Jährige Marco B. (Name geändert) auf dem Flohmarkt kürzlich einen „Blackberry“ gekauft, ein Schnäppchen, freute sich der gelernte Koch. Ein Blackberry ist eine Art Telefon mit E-Mail-Anschluss, modern und teuer, besonders beliebt bei Politikern und Wirtschaftsleuten.

Auch das Gerät vom Flohmarkt hat einmal einem Politiker und Wirtschaftsboss gehört: Peter Kurth. Dem früheren Finanzsenator, der seit vielen Jahren Vorstandsmitglied der Recyclingfirma Alba ist, wurde es gestohlen, aus einem Spind im Sportstudio zusammen mit zwei Geldscheinen. Das war Anfang des Jahres. „Am nächsten Morgen hatte ich ein neues Gerät“, erinnert sich Kurth. Damit war die Sache für den 48-Jährigen erledigt.

Nun ist der Blackberry wieder da. Auf dem Flohmarkt im Mauerpark erwarb Marco B. das Gerät bei einem offensichtlich aus Kroatien stammenden Händler. Der Händler habe eine ganze Reihe Mobiltelefone und elektronische Geräte offeriert. Die gespeicherten Nummern und Mails waren ohne Geheimcode nach dem Einschalten frei zugänglich, berichtete B. Darunter prominente Namen wie Konzernchef Werner Gegenbauer, CDU-Mann Klaus Landowsky und Klaus Wowereit. Doch der Regierende hat Glück gehabt. Unter seinem Namen hatte Kurth die Handy-Nummer des SPD-Fraktionschef gespeichert. Doch das ist jetzt Michael Müller.

Marco B. hatte nach dem Kauf bei Alba angerufen und gefragt, ob sie das Gerät wiederhaben wollen. „Ich wollte nur meine 50 Euro wieder“, beteuert B. Kurth stellt die Sache anders dar: „Der wollte Geld machen.“ Doch ein Rückkauf des Gerätes hätte keinen Sinn gemacht, da die brisanten Telefonnummern ja leicht zu kopieren gewesen wären, sagt Kurth. Was sagt die Polizei? Gar nichts. Denn Anzeige hat Kurth nicht erstattet. „Ein Fehler“, sagt die Polizei. Ha

0 Kommentare

Neuester Kommentar