Prominente : Nachschlag für Tewaag

Der Sohn von Uschi Glas verletzte seine Ex-Freundin. Er muss vier Monate länger in Haft bleiben.

Kerstin Gehrke

Ben Tewaag hatte einen Tag Ausgang. Das bisschen Freiheit aber musste der 33-jährige Sohn von Schauspielerin Uschi Glas, der derzeit in Frankfurt am Main inhaftiert ist, in einem Berliner Gerichtssaal verbringen. Wieder einmal ging es um Gewalt im Suff. Ben Tewaag soll im März 2008 seine damalige Freundin derart attackiert haben, dass sie sich mit etlichen Blessuren ins Krankenhaus bringen ließ. Im dunklen Anzug marschierte er nun durch das Blitzlichtgewitter – und musste die Rückreise mit erschwertem Gepäck antreten.

Sie waren etwa sieben Monate zusammen, als Tine F. zur Polizei ging. Tewaag soll sie geschubst, geboxt, in den Schwitzkasten genommen und gewürgt haben. Kaum hatte sie eine Aussage gemacht, meldete sie sich erneut auf der Wache und wollte alles zurückziehen. Sie schrieb sogar eine Selbstanzeige und erklärte in aller Öffentlichkeit, dass sie eine Lügnerin sei. Weil er sich trennen wollte, habe sie ihn aus Rache beschuldigt. Das zog sie dann noch einmal zurück. Nun saß Tine F. auf dem Zeugenstuhl. „Ich habe ihn angezeigt, weil es passiert ist“, sagte sie weinend.

Das einstige Tattoo-Model und Tewaag, der sich als Moderator und Produzent versucht hatte, lebten in einer Wohnung in Prenzlauer Berg. Streit soll es häufiger gegeben haben. „Sie küssten und sie schlugen sich“, beschrieb es der Verteidiger. Von einer „fatalen, völlig kaputten Beziehung“ sprach der Ankläger. „Wenn es zum Streit kam, war Alkohol im Spiel“, sagte die Zeugin.

Tewaag hatte immer wieder als „wilder Ben“ Schlagzeilen gemacht. Er wurde unter anderem wegen Körperverletzung, Beleidigung und Drogenbesitzes verurteilt. Sieben Vorstrafen hat er sich bereits eingehandelt. Erstmals Gefängnis verhängte im April 2008 ein Münchner Gericht. Tewaag hatte im Streit um ein Taxi einen Studenten geschlagen. Seit Mitte Februar sitzt er hinter Gittern. Er hat verschiedene Strafen zu verbüßen: sechs Monate Haft aus dem Münchner Urteil und widerrufene Bewährungen.

Angeblich ist Ben Tewaag nun auf dem Wege der Besserung – nach stationärer Intensivtherapie und mit einer neuen Freundin an seiner Seite. Doch um eine weitere Strafe kam er nicht herum: Unter Einbeziehung des Münchner Urteils verhängte die Richterin zehn Monate Haft und damit vier Monate „Nachschlag“. Vor Mai wird er wohl nicht entlassen. Kerstin Gehrke

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