Prominentes Maueropfer : Gedenken an der Stele für Peter Fechter

Zum 51. Jahrestag des Mauerbaus legte der Regierende Bürgermeister am Montag mit Angehörigen von Maueropfern einen Kranz an dem Gedenkort nieder. Für eine Straßenumbenennung gibt es viel Unterstützung.

Irina Serdyuk
Zur Erinnerung. An der Stele, die für Peter Fechter errichtet wurde, wurden gestern Blumen und Kränze abgelegt.
Zur Erinnerung. An der Stele, die für Peter Fechter errichtet wurde, wurden gestern Blumen und Kränze abgelegt.Foto: dpa

Die Stele aus braunem Basaltstein steht seit 1999 in der Kreuzberger Zimmerstraße, der Gedenkstein ersetzte damals ein Holzkreuz für eines der prominentesten Maueropfer. Wenige Meter östlich, ganz in der Nähe des Grenzübergangs Checkpoint Charlie, verblutete vor 50 Jahren, am 17. August 1962, der damals 18-jährige Maurergeselle Peter Fechter, nachdem er bei seinem Fluchtversuch aus Ost-Berlin angeschossen worden war. Seine verzweifelten Hilfeschreie aus dem Todesstreifen machten auf brutale Weise die Ohnmacht vor dem unmenschlichen DDR-Grenzregime deutlich.

Zum 51. Jahrestag des Mauerbaus legte der Regierende Bürgermeister am Montag mit Angehörigen von Maueropfern einen Kranz an dem Gedenkort nieder. Auf die Initiative des CDU-Abgeordneten Kai Wegner hin soll die Zimmerstraße in Peter-Fechter-Straße umbenannt werden. Seine Partei will in der nächsten Bezirksverodnetenversammlung von Friedrichshain-Kreuzberg am 29. August einen Antrag stellen.

Ein „wichtiger Vorschlag“, meint der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning (FDP). Die Stelle, an der Peter Fechter ums Leben kam, sei ein authentischer Ort von symbolischer Bedeutung. „Das wohl bekannteste Maueropfer personifiziert durch die Tatsache, dass ihm nicht geholfen wurde, dass man ihn kaltblütig verbluten ließ, die unfassbare Brutalität einer Diktatur schlechthin“, sagte Axel Klausmeier, Vorsitzender der Stiftung „Berliner Mauer“.

Ein Kellner aus dem angrenzenden „Caramel Cafe“ erzählt, dass er beim Anblick der Stele immer wieder zusammenzuckt, obwohl er hier seit vier Jahren arbeitet. Gegen die Umbenennung der Straße hat er nichts: „Wir dürfen nicht vergessen“.

Auch bei der zentralen Gedenkveranstaltung zum Mauerbau an der Bernauer Straße wurde an den Tod Fechters und der anderen Opfer der Teilung erinnert. „Wir gedenken aller Menschen, die an der Mauer gestorben sind, die dort verletzt und die verfolgt und eingesperrt wurden, weil sie Freiheitsrechte wahrnehmen wollten“, sagte Wowereit. Bei einer Andacht in der Kapelle der Versöhnung äußerte sich der protestantische Geistliche Manfred Fischer zufrieden über die Erweiterung der Gedenkstätte an der Bernauer Straße. „Es hat sich gelohnt, die Spuren dieses Tatortes zu erhalten“, sagte er.

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