Berlin : Propeller waren in Leerlaufstellung

Absturz der Luxair-Maschine bleibt rätselhaft

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Der Absturz der aus Berlin kommenden Luxair-Maschine am 6. November in Luxemburg bleibt rätselhaft. Nach Informationen des „Spiegel“ sollen sich die Propeller der beiden Motoren der Fokker 50 in einer Leerlaufstellung befunden haben, die nur am Boden zulässig ist. Deshalb würden Experten einen Pilotenfehler vermuten. Dies sei aber unerklärlich, da der entsprechende Schalter durch eine Schutzklappe vor unbeabsichtigter Betätigung gesichert ist. Von offizieller Seite war zuvor mitgeteilt worden, dass die Schubkraft der beiden Triebwerke während des Landeanfluges rapide abnahm und die Motoren bei der Bodenberührung bereits gestanden haben. Als mögliche Gründe für den Ausfall hat der Sprecher der deutschen Pilotenvereinigung Cockpit, Georg Fongern, ein Leck im Treibstoffsystem oder eine plötzlich aufgetretene, extreme Vereisung genannt. Für solche Fälle sind Flugzeuge allerdings mit einem Enteisungssystem ausgestattet. Beim Ausfall eines Triebwerks ist es üblich, den Propeller in die so genannte Segelstellung zu versetzen. Möglicherweise hatte die Besatzung so noch eine Notlandung auf einer Wiese versucht.

Flugkapitän Thomas Kärger, Vorsitzender des Berliner Piloten-Controller-Clubs verwies auf frühere Unfälle wie den Absturz einer Boeing 1991 in Thailand, die durch eine fehlerhaft ausgelöste Schubumkehr verursacht wurden. Er ist verwundert, dass bisher nichts über die Aussagen des überlebenden Piloten bekannt wurde. Von dem 27-Jährigen wären klare Angaben zum Geschehen vor dem Absturz zu erwarten. Es bestehe der Eindruck, dass etwas vertuscht werden solle. Die Luxair hat den Hinterbliebenen der Opfer inzwischen 20 000 Euro als Vorschuss auf die Schadensersatzleistung gezahlt. du-

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