Berlin : Prostituierte nach Messerattacke in Lebensgefahr

Tanja Buntrock

Vier Menschen sind bei Auseinandersetzungen durch Messerstiche und -schnitte zum Teil schwer verletzt worden. In einem Fall attackierte ein Mann zwei Prostituierte, im zweiten hatte es eine Massenschlägerei zwischen Arabern gegeben.

Auf dem Drogenstrich in der Kurfürstenstraße, an der Grenze von Tiergarten und Schöneberg, war es in letzter Zeit relativ ruhig geworden. Doch seit der Nacht zum 1. Mai ist das anders: Eine 25-jährige Prostituierte wurde dort durch einen Messerstich lebensgefährlich verletzt. Einer zweiten Prostituierten fügte der Täter oberflächliche Schnittwunden zu.

Es war gegen 4.40 Uhr, als es plötzlich Geschrei gab auf der Kurfürstenstraße. Eine 40-jährige Prostituierte aus Ungarn, die wie viele andere Osteuropäerinnen ihr Geld für die Familie in der Heimat auf dem ältesten Strich Berlins verdient, geriet mit einem Freier in Streit. Der 48-jährige Grieche, der in Berlin lebt, wollte offenbar für seine Dienste nicht zahlen. „Oder weniger zahlen, als vereinbart war“, sagte ein Polizeisprecher. Die Situation eskalierte, plötzlich zückte der Mann ein Messer und fügte der Frau eine leichte Schnittverletzung zu. In diesem Moment kam dem Opfer eine zweite, 25-jährige Prostituierte aus Tschechien zur Hilfe. Diese versuchte, den Streit zu schlichten, doch das wurde ihr zum Verhängnis. Der Freier stach der Frau in den Oberkörper und verletzte sie lebensgefährlich, danach flüchtete er. Ein Rettungswagen brachte das Opfer in ein Krankenhaus, wo es notoperiert wurde. Der Zustand der Frau sei weiterhin kritisch, sagte ein Polizeisprecher. Der flüchtige Tatverdächtige wurde kurz nach der Attacke gefasst: Ein Zeuge, ebenfalls 48 Jahre, verfolgte den Mann mit seinem Auto und rief die Polizei. Die Beamten nahmen den mutmaßlichen Messerstecher fest. Er wurde gestern einem Haftrichter wegen versuchten Totschlags vorgeführt.

Bereits in der Nacht zuvor wurde die Polizei nach Britz zu einer Massenschlägerei gerufen, bei der zwei Männer durch Messerstiche verletzt wurden. Tatort war das Lokal Byblos am Britzer Damm. Dort waren mehrere Araber in Streit geraten. Gegen Mitternacht fuhren nach Polizeiangaben plötzlich etliche BMW und Mercedes vor. 30 bis 40 Araber sammelten sich vor dem Lokal und griffen dort Gäste, teilweise mit Messern und Baseballschlägern, an. Zwei 29 und 30 Jahre alte Männer erlitten Schnittverletzungen und kamen in eine Klinik. Der Jüngere der beiden gehört dem polizeibekannten Großfamilienclan C. an. Zwei weitere Männer wurden ambulant behandelt. Tatverdächtige konnte die Polizei nicht ausfindig machen. Der Hintergrund ist noch unklar. Möglicherweise sind Clan-Streitigkeiten das Motiv. Tanja Buntrock

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