Prostitution : Wo es in Berlin die meisten Bordelle gibt

Auf Basis polizeilicher Daten hat die Senatsarbeitsverwaltung jetzt die Bordelle in Berlin geschätzt: Die wenigsten der 369 Etablissements gibt es in Marzahn-Hellersdorf.

Das älteste Gewerbe der Welt nennt es der Volksmund.
Das älteste Gewerbe der Welt nennt es der Volksmund.Foto: picture alliance / dpa

In Berlin gibt es 369 Bordelle. Sie unterteilen sich in 173 klassische Bordellbetriebe und 196 Wohnungsbordelle. Diese Zahlen nannte die Senatsarbeitsverwaltung auf eine Anfrage des Abgeordneten Stefan Evers (CDU). Die meisten Bordelle gibt es in Tempelhof-Schöneberg (64), danach folgen Neukölln und Mitte (jeweils 55). Schlusslicht ist Marzahn-Hellersdorf mit nur neun Bordellen. Die Zahlen seien eine Schätzung auf Basis polizeilicher Daten, teilte die Behörde mit – belastbare statistische Daten lägen nicht vor.

Zuletzt machte ein Mini-Bordell in einem Potsdamer Plattenbau Schlagzeilen. Anwohner beschweren sich über benutzte Kondome im Hausflur – und nächtliche Ruhestörung. Seit vergangenem Dezember wehren sie sich gegen das unliebsame Etablissement, haben sich an die Stadtverwaltung, die Polizei und Politiker gewandt – inzwischen sogar mit erstem Erfolg.

Bundestagsabgeordnete Andrea Wicklein will helfen

Die Potsdamer SPD-Bundestagsabgeordnete Andrea Wicklein hat sich inzwischen der Sache angenommen und sich an den Vermieter, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), gewandt – deren Verwaltung hatte zwischenzeitlich die Mieten der ohnehin entnervten Bewohner erhöht. Das sei nun zurückgenommen – im Gegenteil würden die Betroffenen nun eine angemessene Mietminderung erhalten, so Wicklein. Zugleich hat die Bundesanstalt rechtliche Schritte gegen den eingetragenen Hauptmieter der Wohnung unternommen.

Doch der Mieter habe auf eine Abmahnung, die Unterkunft nicht mehr zwecktentfremdet zu nutzen, nicht reagiert, heißt es in Informationsschreiben der Bima an die Mieter. Schon Anfang des Jahres sei die Wohnung gekündigt worden. Allerdings habe der Mieter dann den Schlüssel zur Wohnung einfach nicht herausgegeben, so die Bima. Inzwischen ist eine Räumungsklage eingereicht, über die das Potsdamer Amtsgericht noch in diesem Monat befinden soll.

(kat)

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