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Protest am Spreeufer : David Hasselhoff darf nicht auftreten

Er kommt extra nach Berlin, um gegen die Bebauung des Spreeufers zu protestieren - doch auftreten wird David Hasselhoff offenbar nicht: Bei der Demo an der East Side Gallery am Sonntag wird für den Sänger keine Bühne aufgebaut.

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David Hasselhoff bekommt in Berlin keine Bühne.
David Hasselhoff bekommt in Berlin keine Bühne.Foto: dpa

"Gearing up for Berlin! Those crosses represent the lives lost in the quest for Freedom! Stay tuned!“: Das twitterte David Hasselhoff am Freitag und packte die Koffer. Sein Assistent bestätigte, dass „The Hoff“ in Berlin am Sonntag vor die Presse tritt und ab 14 Uhr mitdemonstriert gegen die Bebauung des Spreeufers.

Für den Schauspieler und Sänger („I’ve been looking for Freedom“) wird, anders als viele Berliner erwarteten, aber keine Bühne aufgebaut. Der Amerikaner nimmt den weiten Weg in Kauf, aber er wird, wenn, dann nur über Megafon oder übers Mikro eines Lautsprecherwagens an der East Side Gallery zu hören sein.

"Wowereit, die Mauer bleibt"
Die Proteste halten an: Auch am Montag hatten sich wieder Demonstranten vor der East Side Gallery eingefunden.Weitere Bilder anzeigen
1 von 22Foto: Mike Wolff
04.03.2013 12:43Die Proteste halten an: Auch am Montag hatten sich wieder Demonstranten vor der East Side Gallery eingefunden.

„The Hoff“ hatte angeboten, ein Benefizkonzert zugunsten der Künstler-Initiative zu geben – auch so etwas ist laut Club Commission nicht geplant. Der Sänger wollte Geld einspielen, damit die Künstler das Gelände selbst kaufen können. Da wären aber enorme Beträge vonnöten. Wie der Sprecher Lutz Leichsenring sagte, solle der Auftritt Hasselhoffs auf politischer Bühne jetzt ein Zeichen setzen, aber es sei ja keine Promo-Tour. Man habe so schnell auch keinen Club oder einen Konzertraum für ein Konzert zur Verfügung stellen können. Hasselhoff habe aber auch gar keine Forderung oder den Wunsch nach einem Konzert geäußert, ihm sei eine Unterstützung als Redner als humanitärer Akt wichtig gewesen. Zwischendrin habe der Besuch aus den USA auf der Kippe gestanden, sagte Leichsenring. Es sei unklar gewesen, ob die Flüge so schnell organisieren seien. Er habe am Freitag lange mit Hasselhoff telefoniert, alles im Detail besprochen.

Der Persönliche Assistent von Hasselhoff in Großbritannien, Nicholas Corjon, sagte dazu, dem Sänger sei das gesellschaftliche Engagement wichtig, und man werde sicher auch über Konzerte in der Zukunft in Berlin sprechen. David Hasselhoff fühlt sich mit der einst geteilten Stadt sehr verbunden, er hat sich schon mit seinem Freiheitslied für den Mauerfall eingesetzt und er war auch nach der Wiedervereinigung sehr oft in Berlin zu Gast. Die Mauertoten, die Flucht von Ostdeutschen in die Bundesrepublik, all das hat ihn trotz der Distanz in den USA schon immer sehr beschäftigt. Wer „The Hoff“ jetzt live und laut hören will, muss nach Österreich reisen. Dort startet am 18. Juli, einen Tag nach dem  61. Geburtstag des "Baywatch"-Stars, die „1st Hoff Mania“ über vier Tage.

Unterdessen haben sich bereits 76 000 Menschen auf der Internet-Petitionsseite "change.org" für die Erhaltung der East Side Gallery in voller Ausdehnung und gegen Baumaßnahmen ausgesprochen. Bei der vergangenen großen Demo hatten mehr als 6000 Menschen auf der völlig überfüllten und gesperrten Mühlenstraße in Friedrichshain gegen das neue geplante Hochhaus und den 120 Meter langen, daneben ebenfalls am Spreeufer geplanten Büro- und Geschäftshausriegel protestiert. Immer wieder hat es laut Bezirk gerichtliche Vorgänge wegen Ansinnen von Investoren gegeben, Lücken in das Denkmal zu schlagen, um Häuser an die Straße anzubinden. Die Demonstranten - auch David Hasselhoff - befürchten, dass es in Zukunft wieder solche Bemühungen geben wird, auch wenn politisch jetzt erstmal weitere Durchbrüche abgelehnt werden.

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