Berlin : Protest erfolgreich: Landesschulamt ermöglicht doch wieder Klassenfahrten

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Das Landesschulamt rudert erneut zurück: Behördenleiter Ludger Pieper musste die umstrittene Vorschrift für Klassenfahrten lockern. Laut seines neuen Schreibens an alle Schulen können die Reisen nun doch genehmigt werden, wenn die verreisten Kollegen "weitgehend" vertreten werden können. Noch im August hatte Pieper in seinem Rundschreiben "Offensive gegen Unterrichtsausfall" darauf beharrt, dass der Unterricht "vollständig" gesichert sein müsse. Dann seien die Klassenfahrten "tot", hatten die Schulen übereinstimmend gewarnt. Niemand könne die hundertprozentige Vertretung garantieren.

Wie berichtet, hatte das Rundschreiben erhebliche Verärgerung in den Kollegien hervorgerufen. Der Hauptpersonalrat will sogar gerichtlich dagegen vorgehen, weil Pieper Mitbestimmungsrechte ignoriert habe. Die Arbeitsgruppe der Schulleiter innerhalb der GEW sprach von einer "Verhöhnung", weil Pieper die Lehrer noch mehr belaste, aber im selben Rundschreiben betone, dass dem "Wohlbefinden der Beschäftigten am Arbeitsplatz ein hoher Stellenwert" zugeschrieben werden solle. Pieper räumt in seinem aktullen Brief ein, die Lehrer hätten das Rundschreiben als "Gängelung" empfunden.

Zuvor hatte der Landesschulamtsleiter bereits die für 2001 geplanten Einschnitte bei der Referendarsausbildung zurücknehmen müssen. Auch seine Vorschläge zur Abschaffung der regionalen Personalräte erwiesen sich als nicht praktikabel.

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