• Protest vor Botschaft der Türkei: Heute Demo in Berlin für Freiheit von Deniz Yücel

Protest vor Botschaft der Türkei : Heute Demo in Berlin für Freiheit von Deniz Yücel

In Berlin wollen am Dienstag vor der türkischen Botschaft Menschen die Freilassung des Journalisten Deniz Yücel fordern. Vorher gibt es einen Autokorso.

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Der Türkei-Korrespondent der «Welt», Deniz Yücel, ist weiter in Haft. Foto: dpa
Der Türkei-Korrespondent der «Welt», Deniz Yücel, ist weiter in Haft.Foto: dpa

Die Solidarität mit dem in der Türkei inhaftierten deutschen Journalisten Deniz Yücel wächst. Mehr als 300 Prominente aus Kultur und Medien setzten sich mit einen Aufruf für die sofortige Freilassung des Journalisten und für die Pressefreiheit in der Türkei ein. Der Aufruf wurde am Dienstag in mehreren großen deutschen Zeitungen publiziert, darunter im Tagesspiegel.

Yücel, Korrespondent der „Welt“, war bereits 14 Tage in einem Polizeigefängnis festgehalten worden. Am Montag verhängte ein Richter auf Antrag der Staatsanwaltschaft Untersuchungshaft für den Journalisten. Ihm wird laut Urteilsbegründung „Propaganda für eine terroristische Vereinigung und Aufwiegelung der Bevölkerung“ vorgeworfen. Die türkische Justiz kann Verdächtige bis zu fünf Jahre in Untersuchungshaft sperren.

Vor der Demo gibt es ein Autokorso

Der Berliner Bundestagsabgeordnete Özcan Mutlu hat für 17 Uhr eine Kundgebung vor der Türkischen Botschaft angemeldet (Tiergartenstraße 19-21), zuvor rollt ein Autokorso durch die Stadt (Treffpunkt ab 16.30 Uhr in der Karl-Marx-Allee, Höhe Kino „International“). Auch in anderen deutschen Städten wie in Hamburg sind Proteste angekündigt. Mutlu sagte vor der Demonstration in Berlin: „Wenn die Türkei zeigen will, dass sie eine Demokratie ist, dann muss diese Farce endlich beendet und die Presse- und Meinungsfreiheit geschützt werden.“

Der Deutsche Journalisten-Verband bezeichnete den Haftantrag des Staatsanwalts für Yücel einen „entsetzlichen Verstoß gegen die Pressefreiheit“. Schon der Geschäftsführer von "Reporter ohne Grenzen" Christian Miehr hatte die Verhaftung von Journalisten in der Türkei als "verheerendes Signal" gewertet.

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