Protestaktion : Berliner Ärzte lassen ihre Praxen zu

Aus Protest gegen die Gesundheitspolitik der Bundesregierung werden viele Berliner Kassenärzte ab heute ihre Praxen schließen. Bis zum 30. Juni müssen Patienten mit einer Notversorgung auskommen.

Berlin"Wir gehen davon aus, dass sich mindestens ein Drittel der niedergelassenen Mediziner an der Protestaktion beteiligt", sagte Wolfgang Mitlehner von der Ärzteinitiative Medi Berlin. Während der Schließungen sollen sich die Ärzte weiterbilden. Rund 1500 Kollegen hätten sich bereits zu Fortbildungsveranstaltungen angemeldet, fügte Mitlehner hinzu.

Mit der Aktion, die bis 30. Juni dauern soll, fordern die Mediziner mehr Geld für die ambulante medizinische Versorgung, wie das Bündnis Berliner Kassenärzte mitteilte. In Berlin arbeiten den Angaben zufolge rund 6500 niedergelassene Ärzte.

Gegen die "Subventionierung der Krankenkassen"

Mit den Praxisschließungen wollen die Mediziner nach Angaben des Bündnisses deutlich machen, dass sie nicht länger bereit und in der Lage sind, die "Krankenkassen zu subventionieren". Sie fordern die Aufhebung der Budgetierungen ihrer Leistungen und eine gesetzliche Verpflichtung der Kassen zur Honorarhöhe im Interesse der Patientenversorgung.

Patienten müssen sich während der Protestaktion auf eine eingeschränkte medizinische Versorgung einstellen. Wer dringend medizinische Hilfe benötigt, kann den Ärztlichen Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin unter der Telefonnummer 310031 rufen. (svo/ddp)

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