Berlin : Protestler nehmen Berlin in Besitz

In Bewegung. Tausende Demonstranten beteiligten sich am Sonnabend am Occupy-Zug durch Mitte und an der Umzingelung von Reichstag und anderen Gebäuden im Regierungsviertel. Eine parallele Demonstration mit Menschenkette gab es im Bankenviertel in Frankfurt am Main.
In Bewegung. Tausende Demonstranten beteiligten sich am Sonnabend am Occupy-Zug durch Mitte und an der Umzingelung von Reichstag...Foto: dpa

Der gute alte Bertolt Brecht, er kommt in Finanzkrisenzeiten wieder zu Ehren. „Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich“, das bekannte Zitat war am Sonnabend auf der Großdemo der Occupy-Bewegung im Regierungsviertel auf vielen Schildern zu sehen. Unter dem Motto „Banken in die Schranken“ wollten Aktivisten am frühen Nachmittag das Regierungsviertel mit einer Menschenkette umzingeln. Spontan wurde das Bundeskanzleramt ausgelassen, und so gelang das Vorhaben weiträumig um den Reichstag herum. Bei der Abschlusskundgebung hieß es auf der Bühne am Platz des 18. März am Brandenburger Tor, 8000 Menschen hätten mitgemacht.

Unter Riesenseifenblasen und zu den gewohnten „Wir sind die 99 Prozent“-Sprechchören versammelten sich auch Grüne, Linke, Naturfreunde-, Verdi-, Campact- und Attac-Anhänger. „Wir können keine vorgefertigten Lösungen anbieten, machen aber auf Missstände aufmerksam“, sagte ein 22-jähriger Student aus Wedding. Das Wohl des Einzelnen dürfe nicht über dem Allgemeinwohl stehen, schallte es von der Bühne, es dürften nicht Gewinne privatisiert, Verluste aber umgelegt werden. Eine Sambaband aus Niedersachsen vom Netzwerk politischer Trommelgruppen heizte ein, die 400 Polizisten hatten aber angesichts der bürgerlichen Klientel zunächst einen ruhigen Einsatz.  Erst am Abend wurde es turbulenter, als Demonstranten auf dem Platz des 18. März einige Zelte errichteten und die Polizei dagegen einschritt. Mehrere Personen wurden festgenommen. kög/das

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