Berlin : Protokollchef Christian Stocks: Wohnungssuche als erste Amtshandlung

Sabine Beikler

Christian Stocks, seit vergangenen Freitag offiziell der neue Protokollchef des Berliner Senats, freut sich auf seine "interessante und abwechslungsreiche Arbeit". Er möchte neben seinen protokollarischen Tätigkeiten den offiziellen Besuchern auch das Berlin als "Symbol des Aufbaus" präsentieren. Zwar habe er noch nie vorher in Berlin gelebt, die Stadt gefalle ihm vom ersten Eindruck her sehr gut. Zurzeit lernen Christian Stocks, Ehefrau Christine und der 21-jährige Sohn Johann-Friedrich die Bezirke "von Mitte bis Neu-Westend", so der 53-Jährige, vor allem durch die intensive Suche nach einer "schönen Berliner Altbauwohnung" kennen.

Der Regierende Bürgermeister Diepgen hatte lange einen Nachfolger für Leopold Bill von Bredow gesucht, der vier Jahre als Protokollchef des Senats tätig war. In Berlin ist es Tradition, dass der Senat seine Wahl zwischen interessierten Diplomaten des Auswärtigen Amtes trifft. Auch Stocks war zuletzt fünf Jahre lang als Botschaftsrat in Madrid tätig. Seine berufliche Laufbahn führte ihn nach seinem Eintritt in den Höheren Auswärtigen Dienst das erste Mal 1979 in die spanische Hauptstadt. Bis 1982 war er dort an der Deutschen Botschaft als Kultur- und Protokollreferent tätig. Er wechselte anschließend in das Bundespräsidialamt. Von 1985 bis 1987 arbeitete er als stellvertretender Leiter im Generalkonsulat in Bombay. Als politischer Referent wechselte er an die Botschaft in London. Nach dreijähriger Tätigkeit dort ging er 1990 zurück in das Auswärtige Amt, wo er die Fortbildung leitete. Bevor er als Botschaftsrat 1995 wieder nach Madrid ging, war er von 1991 bis 1995 als Referent der Arbeitsgruppe Außenpolitik in der CDU"/"CSU-Bundestagsfraktion tätig.

Seine CDU-Parteizugehörigkeit habe aber überhaupt nichts mit der neuen Aufgabe als Protokollchef zu tun, behauptete gestern der Leiter der Senatskanzlei, Volker Kähne. "Wir fragen unsere Bewerber nie danach." Christian Stocks werde sich neben seinen protokollarischen Tätigkeiten auch um die Auslandsangelegenheiten Berlins kümmern. Dazu gehörten die Städtepartnerschaften, die 300 Ordensverleihungen pro Jahr und die Präsentation Berlins im Ausland. Das dürfte Stocks in bezug auf Sprachbarrieren leicht fallen: Er spricht Englisch, Französisch und Spanisch.

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