Berlin : Proviant im Pavillon

Am Bahnhof Gesundbrunnen können jetzt auch Fernfahrkarten gekauft werden Viel Platz gibt es für die Kunden im „DB Service Store“ aber nicht

Klaus Kurpjuweit

Am Bahnhof Gesundbrunnen können Fahrgäste jetzt auch wieder Fernfahrkarten kaufen. Die Bahn hat dafür eines der kleinsten „Empfangsgebäude“ ihrer Geschichte gebaut. 189 Quadratmeter ist der Pavillon aus Stahl und Glas groß, den die Bahn „DB Service Store“ nennt.

Aus dem Bahnhof Gesundbrunnen wird zwar vom 28. Mai an für 114 Millionen Euro wieder ein Fernbahnhof, doch für den Bau eines repräsentativen Empfangsgebäudes will die Bahn kein Geld mehr locker machen. Ursprünglich war ein solcher Bau vorgesehen; doch das benachbarte Gesundbrunnen-Center war schneller als die Bahn. Diese wollte in ihrem Neubau auch Geschäfte ansiedeln. Die Konkurrenz in der Nachbarschaft machte dieses Konzept zunichte.

Jetzt gibt es auf dem neuen Vorplatz nur ein kleines Geschäft, in dem es nach dem Vorbild der Tankstellen ziemlich alles gibt, was man auf die Schnelle so braucht – Back- und Süßwaren, Getränke, Zeitungen und Zeitschriften. Und auch Fahrkarten. Für den Fern- und für den Nahverkehr.

Mit einem großen Andrang am künftigen Fernbahnhof Gesundbrunnen scheint die Bahn nicht zu rechnen, denn zwei Verkaufsplätze im „Service Shop“ reichen ihr aus. Sollten viele Kunden gleichzeitig kommen, wird es im Laden schnell eng. Aber der Vorplatz ist für eine lange Wartereihe schließlich groß genug. Und Automaten soll es auch noch geben. Nach Angaben eines Bahnsprechers hat der Pavillon „mehrere hunderttausend“ Euro gekostet.

Ganz hat die Bahn die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass aus Gesundbrunnen eines Tages doch noch ein „richtiger“ Bahnhof wird. Sollte sich ein Bauherr finden, der ein tragfähiges Konzept für ein Gebäude auf dem Vorplatz findet, könnte es dort dann auch ein „Reisezentrum“ der Bahn geben – mit mehreren Schaltern.

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