Berlin : Provisorische Peitschen

Die Karl-Marx-Allee soll neue Laternen bekommen Doch die erste Ausschreibung scheiterte

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Das Schandbild bleibt mindestens bis ins nächste Jahr erhalten. Erst dann sollen die maroden Kandelaber an der denkmalgeschützten Karl-Marx-Allee in Mitte erneuert werden. Die Ausschreibung muss wiederholt werden, weil die abgegebenen Angebote zu teuer waren. Ursprünglich hätten die neuen Leuchten im vergangenen Sommer aufgestellt werden sollen.

Seit mehr als zwei Jahren bieten die Leuchten ein Bild des Jammers. Viele wurden schon vor gut zwei Jahren aus Sicherheitsgründen „geköpft“. Am Maststumpf wurde dann ein Teil von einer der üblichen Peitschenleuchten angeklammert. Bei anderen fehlen die Leuchten komplett.

Die Kandelaber aus den 50er Jahren sollten nach Vorgaben des Denkmalschutzes dem Original entsprechend nachgebaut werden. Dies hätte nach Angaben der Stadtentwicklungsverwaltung über sechs Millionen Euro gekostet. Im Etat waren aber „nur“ 1,8 Millionen Euro verplant. Das Parlament hat die Summe aber inzwischen um zwei Millionen Euro erhöht. Nach langen Verhandlungsrunden sprach dann Ende 2005 Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) ein Machtwort. Die Leuchten sollen nah am historischen Vorbild gefertigt, aber durch den Einsatz moderner Materialien erheblich billiger werden. Trotzdem überschritten die Angebote nach der Ausschreibung erneut den Etat.

Jetzt werden die Auflagen erneut reduziert, kündigte die Sprecherin der Stadtentwicklungsverwaltung, Manuela Damianakis, an. So sollen die Kosten weiter gesenkt werden. Anfang 2007 soll erneut ausgeschrieben werden, im Frühjahr könnte dann mit dem Austausch der Kandelaber begonnen werden.

So lange bleibt das besondere Berlin-Motiv erhalten, das vor allem Touristen daran zweifeln lässt, dass sie sich hier in einer denkmalgeschützten Straße der Hauptstadt befinden.kt

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