Prozess : Angeklagte bestreiten Rassismus-Vorwürfe

Drei mutmaßliche Neonazis müssen sich vor Gericht wegen eines rassistischen Überfalls auf einen Ausländer verantworten. Die Bauarbeiter bestreiten, der rechten Szene anzugehören.

Berlin - Der Prozess wurde am Donnerstag mit den Aussagen der Angeklagten fortgesetzt. Die 26- bis 38-jährigen Männer müssen sich darin wegen gefährlicher Körperverletzung und Volksverhetzung verantworten. Sie sollen im Februar 2004 einen Kolumbianer auf dem S-Bahnhof Warschauer Straße zusammengeschlagen, mit ausländerfeindlichen Sprüchen beleidigt und den Hitlergruß skandiert haben. Das Opfer wurde laut Anklage durch Schläge und Tritte erheblich verletzt. Er habe mehrere Wochen im Krankenhaus gelegen.

Darüber hinaus sollen die drei Bauarbeiter weitere Passanten, darunter zwei junge Türken, die dem 39-Jährigen helfen wollten, angegriffen und beleidigt haben. Der jüngste Angeklagte hatte sich zu Beginn seiner Aussage bei dem Kolumbianer entschuldigt.

Der 26-Jährige sagte vor Gericht, er sei auf der vollen Treppe zum S-Bahnsteig "versehentlich" mit dem Opfer zusammengerempelt. Den "Hitlergruß" bestritt er jedoch. Der älteste Angeklagte räumte derweil ein, "arg beleidigend" geworden zu sein. Er sei aber "kein Idiot", der auf der Straße "Heil Hitler" brülle. Nach Aussage des 38-jährige Kolumbianer handelte es sich bei dem Vorfall hingegen "auf jeden Fall" um einen rassistischen Übergriff. (tso/ddp)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben