Prozess : Baby erstickt: 25-jährige Mutter steht vor Gericht

Sie soll ihr Baby direkt nach der Geburt getötet haben. Jetzt äußerste sich die 25-Jährige in Cottbus vor Gericht - unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Sandra Dassler

Cottbus Mit Basecap, Kapuze und einem bis zur Nase hochgezogenen Pulloverkragen verhüllte die Angeklagte ihr Gesicht. Die 25-jährige Cottbuserin , die im Verdacht steht, ihr Kind unmittelbar nach der Geburt getötet zu haben, äußerte sich am Freitag vor dem Landgericht Cottbus zu den Vorwürfen. Zuvor war allerdings die Öffentlichkeit auf Antrag des Verteidigers von der Verhandlung ausgeschlossen worden. Der Anwalt begründete dies damit, dass intime Details bekannt werden könnten.

Die junge Frau soll laut Anklage im April dieses Jahres ihren Sohn heimlich zur Welt gebracht, das schreiende Kind in ein Handtuch gewickelt und so lange mit dem Gesicht an ihre Brust gedrückt haben, bis es tot war. Den kleinen Leichnam soll sie später am Gräbendorfer See im Landkreis Oberspreewald-Lausitz vergraben haben. Dort war die Babyleiche im Mai entdeckt worden.

Zum Motiv der Frau ist bislang nichts bekannt. Ihr Anwalt wollte der Presse keine Auskunft geben, über die unter Ausschluss der Öffentlichkeit getroffenen Aussagen seiner Mandantin war gestern keine Information vom Sprecher des Cottbuser Landgerichts zu erhalten. Einer Vernehmungsrichterin, die gestern ebenfalls vor Gericht aussagte, hatte die Angeklagte berichtet, sie sei von der Geburt überrascht worden und habe das schreiende Baby nur beruhigen wollen. „Die Angeklagte erzählte mir, dass das Kind ruhig sein sollte, damit ihr Verlobter nicht aufwacht“, sagte die Richterin. Der Verlobte, der auch der Vater des toten Kindes ist, berief sich gestern vor Gericht auf sein Recht, die Aussage zu verweigern. 

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