Prozess : Brutale Misshandlung bei Trinkgelage

Bei einem Trinkgelage in einer Weddinger Wohnung sollen zwei Männer einen 45-Jährigen so stark gequält haben, dass dieser mit schwersten Schnitt- und Brandwunden drei Wochen im Krankenhaus lag.

Berlin - Die 41- und 44-jährigen Männer müssen sich seit Donnerstag wegen gefährlicher Körperverletzung sowie schwerer räuberischer Erpressung vor dem Berliner Landgericht verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, im November vergangenen Jahres einen 45-Jährigen bei einem Trinkgelage in seiner Weddinger Wohnung über mehrere Stunden brutal misshandelt und um Geld erpresst zu haben. Das Opfer hatte schwerste Gesichtsverletzungen sowie Schnitt- und Brandwunden am Körper erlitten.

Laut Anklage waren die drei alkoholisierten Männer im Verlauf des Abends in Streit geraten. Der ältere Angeklagte soll dem Opfer dabei mehrmals gezielt ins Gesicht geboxt, ihn mit einer Gardinenstange geschlagen, ihm dann eine abgebrochene Glasflasche in dem Mund gesteckt und mit einer glimmenden Zigarette verbrannt haben. Darüber hinaus wurde das Opfer erpresst, "jeweils zum ersten des Monates" den arbeitslosen Angeklagten 100 Euro zu zahlen.

Von dem 41-jährigen Mitangeklagten sei das Opfer nicht nur geschlagen, sondern auch erniedrigt worden, sagte der Staatsanwalt. Mit einer Schere seien dem 45-Jährigen Haarbüschel abgeschnitten worden, was der 44-jährige Angeklagte mit einem Lächeln quittiert habe. Während der arbeitslose Tischler zu Prozessbeginn schwieg, gab der 44-Jährige zu, aus Wut dem Opfer vier Mal mit der Faust ins Gesicht geboxt zu haben. Der Prozess wird am nächsten Montag fortgesetzt. (tso/ddp)

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