Prozess : Chefin des Mauermuseums angeklagt

Wegen Beleidigung und Körperverletzung muss sich Alexandra Hildebrandt, die Chefin des Mauermuseums am ehemaligen Checkpoint Charlie, vor dem Amtsgericht Tiergarten verantworten.

Berlin - Der 47-Jährigen wird vorgeworfen, im Mai 2004 einen Hobby-Schauspieler in einer Uniform der DDR-Volkspolizei als "Nazi, Arschloch und Mörder" beschimpft zu haben. Zudem soll sie dem heute 33-Jährigen "grundlos und absichtlich" auf die linke Hand getreten sein, als dieser einen roten Teppich vor dem Alliierten-Häuschen an dem ehemaligen Ost-West-Grenzübergang zusammenrollen wollte. Die Witwe des im Januar 2004 verstorbenen Museumsgründers Rainer Hildebrandt wies vor Gericht alle Vorwürfe zurück.

Hintergrund des Verfahrens ist eine Aktion mehrerer Schauspielstudenten, die sich vor dem Kontrollhäuschen in Vopo-Uniformen für einen Euro von Touristen fotografieren ließen. Seit einiger Zeit posieren sie nur noch in Alliierten-Uniformen. Mit den Auftritten würden er und seine Schauspielerkollegen das Studium finanzieren, sagte der 33-Jährige.

Hildebrandt bekräftigte vor Gericht ihre Ansicht, dass Vopo-Uniformen an dem ehemaligen Grenzübergang nichts zu suchen hätten, weil der Ort dadurch "seine Würde verliert". Zu der angeblichen Beleidigung sagte sie: "Sie können aber versichert sein, dass solche Wörter mir fremd sind." Auch den Tritt auf die Hand des 33-Jährigen bestritt Hildebrandt. Sie sei an diesem Tag gar nicht an dem Kontrollhäuschen gewesen.

Der Schauspieler sprach im Prozess von einer "Posse", die drei Monate gedauert habe. Er und seine Kollegen seien von Hildebrandt "öfters" beschimpft worden. (tso/ddp)

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