Prozess : Freispruch: Vorwürfe gegen Tagesmutter nicht bestätigt

Nach 15-jähriger Tätigkeit, die geschätzt und vom Jugendamt regelmäßig überprüft wurde, musste sich am Montag eine Tagesmutter vor Gericht verantworten. Sie wurde freigesprochen.

Nach 15-jähriger Tätigkeit, die geschätzt und vom Jugendamt regelmäßig überprüft wurde, musste sich am Montag eine Tagesmutter vor Gericht verantworten. Misshandlung von Schutzbefohlenen, lautete der Vorwurf. Es ging um zwei Mädchen. Einem Kind habe sie einen heißen Fön auf die linke Wange gedrückt, weil es nicht schnell genug aß, hieß es in der Anklage. In einem anderen Fall habe sie die Köpfe der beiden Mädchen zusammengestoßen, weil sie an einer Straße nicht still standen. Schwere Vorwürfe, die sich aber nicht bestätigten.

Die Tagesmutter konnte sich nicht erklären, wie es zu der Anklage gekommen war. „Ich mache meine Arbeit gerne, ich mag die Kinder, die ich betreue, würde ihnen nie etwas antun.“ Die Mutter eines damals vierjährigen Mädchens hatte das Verfahren ins Rollen gebracht. Ihr Kind sei angeblich mit einem Fön misshandelt worden. Das soll im Juni 2007 gewesen sein. Sie brachte die Kleine noch bis April 2008 zur Tagesmutter. „Sie hatte für Hämatome immer eine Erklärung“, meinte die Zeugin. Was der Stiefvater des Mädchens sagte, stand zum Teil im Widerspruch zu früheren Aussagen.

Die Mutter des damals dreijährigen Kindes erklärte hingegen, dass ihre Tochter nie Schlechtes berichtet habe. Viele Schlussfolgerungen seien vorgetragen worden, aber nichts Konkretes, hieß es im Urteil. Dass sich Kinder auch mal verletzen, sei absolut normal. Eines der Kinder litt zudem an Koordinierungsschwierigkeiten. Sie entschied ganz klar auf Freispruch, weil sich die Vorwürfe „in keinem Aspekt“ bestätigt hätten. (K.G.)

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