Prozess gegen "El Presidente" : Milde Strafe für Kronzeugen

Der Hauptbelastungszeuge und frühere Mitangeklagte im Drogenprozess gegen den so genannten El Presidente ist vom Landgericht Berlin zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und drei Monaten verurteilt worden.

Berlin - Er wurde schuldig gesprochen, zwischen 2003 und 2004 gemeinsam mit früheren Mitangeklagten rund zehn Kilo Kokain sowie größere Mengen Heroin und Haschisch aus den Niederlanden nach Deutschland geschmuggelt zu haben.

Das Verfahren gegen den 37-Jährigen war nach seiner Zeugenvernehmung aufgerollt worden. Der Prozess gegen den als "El Presidente" bekannten mutmaßlichen Drogenpaten und weitere Mitbeschuldigte wird fortgesetzt. Dem Gericht zufolge war es der Kronzeuge, der bei den Drogengeschäften der Gruppe "die Fäden in der Hand" hielt und ohne dessen Kontakte "nichts gelaufen" wäre. Ein bandenmäßiges Handeltreiben, wie angeklagt, wurde nicht festgestellt. Es sei eine "Zweckgemeinschaft auf Zeit" gewesen, hieß es im Urteil.

Als "in ganz erheblichem Maße strafmildernd" werteten die Richter das "glaubhafte Geständnis" des Angeklagten. Er habe damit die "volle Verantwortung auf sich genommen und konsequent ausgepackt". Mit dem Urteil folgt das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Sie stellte klar, dass ohne Geständnis eine Haftstrafe in "zweistelliger Höhe gerechtfertigt gewesen wäre. "Man muss Aussteigern aber signalisieren, dass es sich lohnt", betonte die Staatsanwältin. (tso/ddp)

0 Kommentare

Neuester Kommentar