Prozess : Handys von Jugendlichen "abgezogen"

Wegen räuberischer Erpressung müssen sich drei 22-jährige Männer aus Wedding vor dem Berliner Landgericht verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, vor Bushaltestellen, S-Bahnhöfen und Diskotheken gewaltsam Handys von Jugendlichen gestohlen zu haben.

Berlin - Die Opfer waren zwischen 15 und 19 Jahre alt. Die Angeklagten sollen sich bei den Taten zwischen Oktober und November vergangenen Jahres in "drohender und aggressiver Haltung" vor den wesentlich jüngeren Opfers "aufgebaut", sie festgehalten und zum Teil mit gezogenem Messer zur Herausgabe der Mobiltelefone genötigt haben. Neun solcher Raubtaten sollen auf das Konto des Trios gehen.

Nur ein Angeklagter wollte im Prozess keine Angaben zu den Tatvorwürfen machen. Ihm werden sechs Überfälle vorgeworfen, die er zum Teil mit einem gleichaltrigen Mitangeklagten begangen haben soll. Der 22-jährige Mittäter, dem ebenso sechs Taten zur Last gelegt werden, war im wesentlichen geständig. "Ich habe aber nie daran gedacht ein Messer dabei zu benutzen", sagte er.

Der dritte Angeklagten versicherte, nur an einem, statt an zwei Überfallen beteiligt gewesen sein. Er habe zu seinem mitangeklagten Freund einfach nicht nein sagen können und nicht feige sein wollen, sagte er. Seiner Aussage nach hatte sie zwei geraubte Handys noch am gleichen Tag an einen "älteren Herrn" verkauft, der ihnen pro Gerät 140 Euro gegeben habe. Der Prozess wird am 17. Oktober fortgesetzt. (tso/ddp)

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben