Prozess in Berlin : Boateng muss warten

Die Amtsrichterin entscheidet nächste Woche, ob der Prozess gegen Fußballprofi Kevin-Prince Boateng während der WM eröffnet wird.

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Die Akte zur „Strafsache Boateng“ ist im Gericht unterwegs. Sie wird wohl am Dienstag auf dem Tisch jener Amtsrichterin liegen, die dem ghanaischen Fußballprofi mit Weddinger Ursprung während der WM einen Gerichtstermin mit seinem früheren Klubkollegen Patrick Ebert in Moabit verordnen könnte. Ausgerechnet am 14. Juni. Einen Tag zuvor will Kevin-Prince Boateng mit Ghana sein erstes Spiel in Südafrika bestreiten. Für ihn käme der Prozesstermin höchst ungelegen, Hertha-Profi Ebert aber stimmte bereits zu. „Der Termin passt dem Gericht, den Verteidigern und Ebert“, sagte Justizsprecher Robert Bäuml gestern. Die zeitlichen Schwierigkeiten von Boateng seien bei den Absprachen offensichtlich nicht berücksichtigt worden. Sie spielten zunächst auch keine Rolle, da das Verfahren gegen den früheren Hertha-Spieler Boateng bislang auf dem Tisch einer anderen Richterin lag. Nun ist beabsichtigt, beide Verfahren zu verbinden. Das sollen die Ebert-Anwälte begrüßt haben. Deren Kanzlei vertritt auch Boateng.

Ebert und Boateng stehen im Verdacht, am frühen Morgen des 18. März 2009 nach einer Geburtstagsfeier in Wilmersdorf bei mehreren Autos Autospiegel abgetreten und diverse Lackschäden verursacht zu haben. Zeugen wollen sie dabei beobachtet haben. Die beiden 23-Jährigen erhielten nach Abschluss der Ermittlungen wegen Sachbeschädigung einen Strafbefehl. Ebert sollte demnach 50 000 Euro zahlen, Boateng 56 000 Euro. Beide sehen sich jedoch zu Unrecht beschuldigt und legten Einspruch ein. Damit erzwangen sie einen Prozess.

Drei Möglichkeiten gibt es nun: Es könnte einen Prozess mit zwei Angeklagten geben, wobei einer der Plätze aber mit Erlaubnis des Gerichts leer bleiben würde. Das persönliche Erscheinen von Boateng, derzeit beim englischen FC Portsmouth unter Vertrag, werde vielleicht gar nicht angeordnet, hieß es in Justizkreisen. Eine weitere Variante wäre ein Verzicht auf eine Zusammenlegung der Verfahren. Dann würde am 14. Juni nur der Prozess gegen Ebert beginnen. Denkbar aber ist als dritte Möglichkeit auch, dass es bei einem gemeinsamen Prozess bleibt, aber dafür ein neuer Termin verkündet wird.

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