Prozess in Berlin : Missbrauchsvorwürfe nicht bestätigt - Freispruch

Er soll zwei Mädchen unsittlich berührt und geküsst haben. Doch das Gericht hatte "erhebliche Zweifel" an den Aussagen der Mädchen.

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Personifikation der Gerechtigkeit: Justitia
Personifikation der Gerechtigkeit: JustitiaFoto: picture alliance / dpa

Die schweren Anschuldigungen gegen einen ehrenamtlichen Paten haben sich aus Sicht der Richter nicht bestätigt: Der 57-jährige Programmierer wurde vom Vorwurf des Missbrauchs zweier Mädchen freigesprochen. Die Aussagen der Kinder, damals neun und elf Jahre alt, seien nicht überzeugend, hieß es nun im Urteil. Erhebliche „Widersprüche, Auffälligkeiten und ganz erhebliche Zweifel“ hätten sich ergeben. Anders hatte die Staatsanwaltschaft den Fall gesehen und vier Jahre Gefängnis gefordert.

Der Angeklagte und seine Frau hatten sich über einen gemeinnützigen Verein um Patenschaften bemüht. 2008 betreuten sie im Ehrenamt einen Jungen, ab Juli 2013 die in der Anklage genannten Mädchen. „Freitags habe ich sie mit dem Auto von der Schule abgeholt und etwas mit ihnen unternommen“, sagte der Mann ohne Vorstrafen.

Nach drei Monaten endete die Patenschaft. Sexuelle Berührungen in 15 Fällen wurden dem Ehrenamtlichen vorgeworfen. Doch die Kinder seien zum Teil suggestiv befragt worden, so die Richter. Ihr Fazit: „Es ist unklar, ob etwas Strafbares vorgefallen ist.“ Rechtskräftig aber ist das Urteil noch nicht.

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