Prozess : Kaufmann wegen Haschischhandels verurteilt

Ein 36-jähriger Außenhandelskaufmann ist vom Landgericht Berlin wegen Drogenhandels zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden.

Berlin - Der Angeklagte, der einschlägig vorbestraft ist, hatte gestanden, im Juni 2005 rund zwölf Kilogramm Haschisch und Marihuana verkauft und 11.000 Euro dafür kassiert zu haben.

Die milde Strafe sei nur möglich, weil dieser Fall vom so genannten Regelfall abweiche, hieß es im Urteil. Insbesondere das Nachtatverhalten des seit Jahren drogenabhängigen aber auch erfolgreichen Kaufmannes war dem Richter zufolge neben seinem schonungslosen Geständnis strafmildernd zu sehen.

Der Angeklagte habe die Chance des "Wunders", nach seiner Festnahme nicht in Untersuchungshaft gekommen zu sein, genutzt und von sich aus eine Drogentherapie angefangen, hieß es. Maßgebend sei aber seine Erkenntnis gewesen, damals sein eigener Gegner und süchtig gewesen zu sein. "Wir haben es hier mit einer klassischen Drogenkarriere zu tun", stellte das Gericht fest.

"Ich war erfolgreich, aber überfordert"

Der gebürtige Potsdamer hatte mit Haschisch begonnen, später die "bunte Palette der Partydrogen" konsumiert und war schließlich heroinabhängig geworden. Um seine Sucht zu finanzieren, habe er immer mehr Geld aus der Arbeitsvermittlungsfirma seiner Lebensgefährtin entwendet, wo er damals beschäftigt gewesen sei. "Ich war erfolgreich, aber überfordert und sah in den Drogen eine Hilfe, besser arbeiten und den Druck aushalten zu können", sagte der 36-Jährige.

Eigenen Angaben zufolge hatte er das Haschisch von einem früheren Mithäftling erhalten und in dem Drogengeschäft die Möglichkeit gesehen, das Geld zurückzuzahlen. Jedes Mal, wenn er in seiner Arbeit erfolgreich geworden sei, habe er zu Drogen gegriffen. "Ich bin aus dem Kreis einfach nicht rausgekommen", so der Angeklagte. Auf Grund seiner Drogenabhängigkeit ging das Gericht von einer verminderten Steuerungsfähigkeit aus. (tso/ddp)

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