Prozess : Mutmaßlicher Sexualstraftäter angeklagt

Wegen einer Serie sexueller Übergriffe auf zehn- bis 13-jährige Schülerinnen bis hin zur Vergewaltigung ist gegen einen 27-Jährigen Anklage erhoben worden.

Berlin - Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, die Mädchen in den Jahren 2000 bis 2004 in den Mittags- und Nachmittagsstunden auf dem Heimweg von der Schule verfolgt und sexuell missbraucht zu haben, wie ein Sprecher mitteilte. Die Serie endete Anfang 2004, als der Beschuldigte eine dreijährige Freiheitsstrafe wegen Betrugs antrat.

Laut Staatsanwaltschaft attackierte der Beschuldigte die Schülerinnen von hinten, als diese die Haustür öffneten. Dann habe er sie mit Gewalt in den Keller gebracht und dort missbraucht. Lediglich in zwei Fällen mussten die Mädchen keine sexuellen Handlungen erdulden. Bei dem letzten Übergriff im Januar 2004 machte eine Zehnjährige in Kaulsdorf durch Schreie Hausbewohner aufmerksam, sodass der Täter von ihr abließ.

"Gezielte Auswahl der Mädchen"

Die Taten konnten zunächst keinem Verdächtigen zugeordnet werden, wie der Sprecher weiter sagte. Im Oktober 2005 hätten bei drei Delikten sichergestellte DNA-Spuren und Fingerabdrücke eine Übereinstimmung mit den Merkmalen des Beschuldigten ergeben. Dieser war zwischenzeitlich für ein anderes Verfahren erkennungsdienstlich behandelt worden.

Zusätzlich gab es eine so genannte Serienanalyse, bei der eine Vielzahl einzelner Tat- und Tätermerkmale zugrunde gelegt wird, um bestimmte Tatmuster zu erkennen. In diesem Fall ging es vor allem um die "gezielte altersmäßige Auswahl der Mädchen auf deren Heimweg von der Schule". Dieser Abgleich erbrachte den Angaben zufolge den Hinweis, dass der Tatverdächtige für drei weitere gleichgelagerte Fälle verantwortlich sein könnte.

Ein Termin für die möglicherweise nicht öffentliche Hauptverhandlung vor der Jugendkammer des Landgerichts Berlin steht noch nicht fest. (tso/ddp)

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