Prozess : Mutter wegen Tötung ihres Neugeborenen vor Gericht

Wegen der Tötung ihres neugeborenes Babys muss sich eine 19-jährige Frau vor dem Berliner Landgericht verantworten. Der jungen Frau wird vorgeworfen, im April vorigen Jahres ihr Kind nach der Geburt mit einer Plastiktüte erstickt zu haben.

Berlin - Die Anklage lautet auf Totschlag. Die Angeklagte soll auf dem Nachbargrundstück ihres Elternhauses in Karlshorst heimlich einen gesunden Jungen zur Welt gebracht haben. Ihm soll sie sofort eine Plastiktüte über den Kopf gestülpt und diese verknotet haben.

Der mumifizierte Leichnam des Babys wurde erst vier Monate später vom Vater der Angeklagten entdeckt. Die Babyleiche lag in eine Decke und zwei Plastiktüten gehüllt im Heizungskeller des Elternhauses hinter einer Tischplatte. Den polizeilichen Ermittlungen zufolge war die Schwangerschaft niemandem aufgefallen. Bei der Polizei gab die Angeklagte an, von der Geburt überrascht worden zu sein.

Die Befragung der 19-Jährigen bei Gericht fand hinter verschlossenen Türen statt. Das Gericht folgte dem Antrag des Verteidigers und schloss die Öffentlichkeit auch vom weiteren Verfahren aus. Es sei zu befürchten, dass bei einer öffentlichen Erörterung der "Tatumstände und ihres persönlichen Lebensbereiches" die junge Frau in ihrer weiteren Entwicklung "erheblich erschüttert" werde, und sie zudem "nicht alle für die Wahrheitsfindung erforderlichen Tatsachen" hervorbringen werde, hieß es zur Begründung. Der nichtöffentliche Prozess wird am Freitag nächster Woche fortgesetzt. (tso/ddp)

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