Prozess : Revision um Tötungsversuch an Nachbarn beginnt

Vor dem Landgericht Berlin hat das Revisionsverfahren gegen einen 30-jährigen Amerikaner wegen versuchten Totschlags an seinem Nachbarn begonnen.

Berlin - Dem Sprachwissenschaftler wird vorgeworfen, das Opfer im November 2004 im Verlauf eines Streits über zu laute Musik im Flur eines Kreuzberger Wohnhauses niedergestochen zu haben. Der damals 32-jährige Regie-Assistent hatte Stiche im Hals, Oberkörper und Bein erlitten und konnte nur durch sofortige intensivmedizinische Hilfe gerettet werden.

Im Juli vergangenen Jahres war der bis dahin unbestrafte Akademiker dafür zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Das Berliner Schwurgericht begründete die Tötungsabsicht mit einem "von unten nach oben" geführten zielgerichteten Stich in den Hals. Der Bundesgerichtshof hob die Entscheidung auf, weil sich ihrer Auffassung nach ein zielgerichtetes Handeln aus der Urteilsbegründung nicht erschließe.

Im ersten Prozess hatte sich der Sprachwissenschaftler auf Notwehr berufen. Der Angeklagte war eigenen Angaben nach gegen vier Uhr morgens von lauter Musik geweckt worden. Nach dem er lautstark an der Tür des späteren Opfers geklopft und dieser die Tür geöffnet habe, sei er von dem Regie-Assistenten sofort gegen die Wand gedrückt und in den Würgegriff genommen worden. Der Angeklagte hatte daraufhin sein Messer aus der Hosentasche genommen und zugestochen, "um sich zu verteidigen". Dabei war der Nachbar am Hals verletzt worden. Der Prozess wird nächste Woche Donnerstag fortgesetzt. (tso/ddp)

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