Berlin : Prozess um Busunglück könnte platzen

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Potsdam - Der Prozess um das Busunglück am Schönefelder Kreuz könnte platzen. Der Anwalt der wegen fahrlässiger Tötung angeklagten Berlinerin beantragte, die Asphalt-Decke der Autobahnauffahrt nach ernsten Hinweisen auf Ölverschmutzung begutachten zu lassen. Sollte die Strafkammer am Landgericht Potsdam zustimmen, müsste der Prozess unterbrochen werden. Es gilt aber als nicht machbar, ein Gutachten binnen der Höchstfrist für Prozesspausen von drei Wochen zu schaffen. Dann müsste das Verfahren neu aufgerollt werden.

Fest steht: Die Stelle ist ein Unfallschwerpunkt, mehrere Fahrer hatten dort Probleme. Ein Lkw-Fahrer hatte sogar die Polizei zwei Wochen vor dem tragischen Busunglück, bei dem 14 Polen starben und 37 zum Teil schwer verletzt wurden, die Polizei informiert. Ihm zufolge bilde sich auf der Auffahrt nach länger andauerndem Regen ein Ölfilm.

Unfallgutachter Karsten Laudien, der am Freitag aussagte, vermutet einen Fahrfehler der Angeklagten als Auslöser des Unfalls. Einen Beleg, dass die Ex-Angestellte des Berliner Polizeipräsidiums gerast ist und schneller als die zulässigen 40 Stundenkilometer fuhr, sieht er nicht. Dagegen glaubt Gutachter Hartmut Rau, der ebenfalls aussagte, dass die Fahrerin zu schnell fuhr. Noch in der Kurve der Auffahrt zur Autobahn geriet die 38-Jährige nach Ansicht des Gutachters ins Schleudern und landete durch heftiges Gegensteuern unmittelbar vor den Bus.

Die Staatsanwaltschaft wirft der 38-Jährigen vor, am Schönefelder Kreuz in der Auffahrtkurve zur A10 in Richtung Frankfurt auf regennasser Straße zu stark beschleunigt und die Kontrolle über das Fahrzeug verloren zu haben, das daraufhin unkontrolliert über die Autobahn schleuderte und einen polnischen Reisebus touchierte. Der Busfahrer wollte ausweichen und prallte dabei gegen einen Brückenpfeiler. Alexander Fröhlich

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