Berlin : Prozess um familiäres Geiseldrama

Die Zeugin sah den Mann, mit dem sie noch verheiratet ist, nicht an. Tränen liefen über das Gesicht der verängstigt wirkenden Frau. Nein, sie werde nicht aussagen, hauchte sie schließlich. Der 33-jährige Angeklagte lächelte. Er muss sich seit gestern vor dem Landgericht wegen erpresserischen Menschenraubes verantworten. Der Koch aus der Türkei drohte laut Anklage, seine beiden Töchter im Alter von drei und fünf Jahren zu töten, um von seiner getrennt lebenden Ehefrau 500 Euro zu erpressen. Im Prozess verweigerte er die Aussage.

Der Vater soll am 4. Juli dieses Jahres einen kleinen Jungen gebeten haben, an der Tür seiner Frau zu klingeln. Er sei dann in die Wohnung gestürmt und habe die Krankenschwester geohrfeigt und Geld verlangt. Die Frau tat wohl, als würde sie das geforderte Geld besorgen. Tatsächlich alarmierte sie die Polizei. Als sie sich weigerte, in die im zweiten Stock gelegene Wohnung zurückzukehren, soll der Vater gedroht haben, die dreijährige Tochter aus dem Fenster zu werfen. Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei überwältigte ihn schließlich. Der Prozess wird heute fortgesetzt. K. G.

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