Berlin : Prozess um Gewalt und Folter im Jugendarrest

K. G.

Das Opfer soll sih geweigert haben, Mitinsassen die Füße zu küssen: Nach einem Übergriff in einer Jugendarrestanstalt musste sich gestern ein 20-Jähriger vor dem Amtsgericht Tiergarten verantworten. Der damals 17-jährige Angeklagte soll den attackierten Jugendlichen am 5. Februar 2004 in einem Aufenthaltsraum festgehalten haben, damit ihn ein anderer Angreifer schlagen konnte.

Dem Schlag gingen nach Angaben der Justiz Quälereien voraus. Das Opfer wurde demnach von vier Mitinsassen schikaniert, weil er sich geweigert habe, ihnen die Füße zu küssen. Sie sollen den Jugendlichen mit Putzmitteln bespritzt und ihm einen Eimer Urin über den Kopf geschüttet haben. Zwei der mutmaßlichen Angreifer sind wegen des Übergriffs bereits in früheren Prozessen verwarnt worden, gegen einen weiteren jungen Mann wurde eine Bewährungsstrafe verhängt. Für den 20-Jährigen führte der Vorfall zu keiner weiteren Strafe. Nach nicht öffentlicher Verhandlung wurde die Sache in Hinblick auf eine anderes Verfahren eingestellt. K. G.

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