Berlin : Prozess um Gewaltexzess auf U-Bahnhof Anwalt: Deutschenhass war kein Motiv

Die U-Bahnschläger von Lichtenberg saßen am vierten Prozesstag dem Zeugen gegenüber, der sie in die Flucht getrieben hatte. Der 24-jährige Bauarbeiter aus Treptow sprang aus dem Auto, als die Täter auf ihr zweites Opfer einprügelten. „Hey, lasst den in Ruhe“, brüllte der große und durchtrainierte Mann. Er sagte auch, dass der Rockergruppe Bandidos angehört. Die Jugendlichen, die kurz zuvor ihr erstes Opfer ins Koma getreten hatten, flohen.

Hinter verschlossenen Türen wird seit zwei Wochen gegen die vier mutmaßlichen Täter verhandelt. Aus „Hass auf Deutsche“ und „Spaß an Gewalt“ sollen sie am 11. Februar auf dem U-Bahnhof Lichtenberg den Malergesellen Marcel R. und dessen Arbeitskollegen Steffen O. angegriffen haben. Die Staatsanwaltschaft wirft den Migranten im Alter von 15 bis 18 Jahren zweifachen versuchten Mord vor. In früheren Vernehmungen hatten die Schüler Schläge und Tritte zugegeben, einen Tötungsvorsatz aber bestritten.

Ihre Aussagen im Prozess kommen nach und nach. Inzwischen hätten sich zwei der Angeklagten geäußert, bestätigte am Freitag der Verteidiger. „Deutschenhass“ sei kein Motiv gewesen. Es sei auch nicht darum gegangen zu rauben. Was die Schüler sagten, entsprach früheren Angaben. Vor dem Gewaltexzess gab es einen kurzen Wortwechsel. Die Schüler hätten empfunden, dass einer von ihnen bedroht wird. Marcel R. prügelten sie fast tot. Der 30-Jährige lag vier Wochen im Koma und insgesamt drei Monate im Krankenhaus. Für seinen Kollegen O. blieb es dank der Hilfe des Rockers bei Prellungen. Der Prozess geht Mittwoch weiter. K.G.

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