Prozess um Mord an Pferdewirtin : Angeklagter redet nach einem Jahr

Im Prozess um den Mord an einer Pferdewirtin gab es am Donnerstag eine Überraschung. Der als mutmaßlicher Drahtzieher angeklagte Christian R. gab eine Erklärung ab und belastete eine Mitangeklagte

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Im Fall des Mordkomplotts an Pferdewirtin Christin R. aus Lübars ist das Urteil des Landgerichts nun rechtskräftig.
Im Fall des Mordkomplotts an Pferdewirtin Christin R. aus Lübars ist das Urteil des Landgerichts nun rechtskräftig.Foto: dpa

Springreiter Robin H. saß fast ein Jahr lang schweigend auf der Anklagebank. Als mutmaßlicher Drahtzieher des Mordkomplotts gegen Pferdewirtin Christin R. aus Lübars. Nun überraschte der 25-Jährige mit einer Erklärung, die gegen eine 28-jährige Mitangeklagte zielt. Er sei weder Täter noch Planer des Verbrechens.

Dieses ereignete sich in der Nacht zum 21. Juni 2012 auf einem Parkplatz in Lübars. Als er nach einem Gespräch mit Christin R. Parkplatz verließ, sei Tanja L. dort geblieben. Die Frau habe sich in das Treffen eingeklinkt, um mit Christin R. über den Kauf eines Pferdes zu reden. Nach seinem Gefühl aber sei es ein vorgetäuschtes Interesse gewesen. „Ich fühlte mich von Tanja zunehmend bedrängt.“ Sie war die einzige der fünf Angeklagten, die zu Prozessbeginn aussagte. Sie gestand, aus Liebe zu H. einen Giftanschlag verübt, dann einen Killer gesucht zu haben. „Beim dritten Mal darf es keinen Fehlschlag geben“, habe H. gesagt. Es sei ihm um Gelder aus Versicherungen gegangen. „Ich folgte den Befehlen.“

Nach zwei gescheiterten Anschlägen wurde die 21-jährige Christin R. in Lübars erdrosselt. Die Anklage geht davon aus, dass H. und seine mitangeklagte Mutter den Plan schmiedeten, um 2,4 Millionen Euro aus Versicherungen zu kassieren, die man auf das Leben von Christin R. abgeschlossen hatte. Steven Mc A., 22, sei für 500 Euro zum Killer geworden.

Robin H. bestritt alles. Er habe Christin R. geliebt und in der Juninacht gefragt, ob sie mit ihm nach Nordrhein-Westfalen ziehen würde. Tanja L. aber habe sich nach einem Flirt „vermutlich mehr versprochen“. Eifersucht und nicht Habgier als Mordmotiv? Der Prozess geht Montag weiter.

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