Berlin : Prozess um Terror im Gefängnis

In Fußfesseln betraten die Angeklagten den Gerichtssaal, doch auch die vier mutmaßlichen Opfer saßen hinter Panzerglas. Es geht in dem seit gestern laufenden Prozess um Gewalt und Erpressung im Knast. Ein Deutsch-Kasache und drei Litauer sollen in der Justizvollzugsanstalt Tegel regelmäßig von Mithäftlingen Schutzgelder, Drogen oder Handys gefordert haben. Die Opfer seien massiv bedroht und zum Teil auch geschlagen worden. Die 25 bis 33 Jahre alten Männer verweigerten zunächst die Aussage.

Hauptangeklagter ist ein 31-jähriger Ex-Boxer. Eduard K., wegen Vergewaltigung zu vier Jahren Haft verurteilt, soll mehreren Mitinsassen ein Messer an den Hals gehalten und seine Forderungen gestellt haben. Die „Abzocke“ soll im Dezember 2006 begonnen haben. Nachdem es Beschwerden über K. gab, wurde er zwar auf die „Absonderungsstation“ verlegt. Doch er soll Komplizen, darunter die drei Litauer, zu den Opfern geschickt haben. Einer der Zeugen, dem im April 2007 Armbanduhr und Basketballschuhe weggenommen worden seien, habe sich nach einem erneuten Überfall in seiner Zelle zu seiner eigenen Sicherheit einschließen lassen. Im September erging gegen die mutmaßlichen Erpresser Haftbefehl. Seitdem befinden sie sich in der JVA Moabit. Die Vorwürfe sollen sie im Ermittlungsverfahren bestritten haben. Der Prozess wird morgen fortgesetzt. K. G.

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