Prozess : Verkäufer wegen Bedrohung einer Kundin verurteilt

Weil er eine 68-Jährige als "Schlampe" beschimpfte und ihr sogar mit dem Tod drohte, hat das Amtsgericht Tiergarten einen früheren Außendienstmitarbeiter zu dreieinhalb Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Berlin - Der 35 Jahre alte Mann hatte als Verkäufer von Wasseraufbereitungsgeräten im November 2005 eine Kundin aus Wut über eine Strafanzeige am Telefon wüst beschimpft und ihr bei einem zweiten Anruf sogar mit dem Tod gedroht.

Der gelernte Landwirt war nach der Anzeige der betroffenen Kundin wegen Betrugs festgenommen worden. Der 35-Jährige sagte, er sei wegen der aus seiner Sicht zu Unrecht erhobenen Vorwürfe und der Festnahme wütend gewesen. Gleich darauf habe er seinen Job als Außendienstmitarbeiter verloren. Der zweite Anruf, in dem er der 68-Jährigen gedroht habe, sie umzubringen, sei ein Kurzschluss gewesen. Im Prozess räumte der Angeklagte ein, überreagiert zu haben und äußerte sein Bedauern.

Das Gericht zeigte zwar Verständnis für seine damals schwierige Situation, betonte aber, dass diese keine Rechtfertigung für sein Verhalten sei. Wegen seiner diversen, wenn auch nicht einschlägigen Vorstrafen hielt das Gericht eine Freiheitsstrafe für "unerlässlich". Ein Ermittlungsverfahren wegen Betrugs gegen den Angeklagten wurde eingestellt. (tso/ddp)

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