Berlin : Prozess wegen gefälschter Idiotentests

Verkehrssünder legten einen „Bonus“ von 1000 Euro auf den Tisch und kamen garantiert wieder zurück auf die Straße. Davon geht die Staatsanwaltschaft im Prozess gegen einen Fahrlehrer aus. Der 50-Jährige soll fünf Autofahrern, die nach Alkohol- oder Drogenfahrten den Führerschein verloren hatten, gefälschte Gutachten besorgt haben, damit sie ihren Führerschein wiederbekommen konnten. Bei den Taten zwischen Februar 2008 und Juni 2009 soll er mit einem angehenden Psychologen gemeinsame Sache gemacht haben. Vor Gericht schwieg der Fahrlehrer.

Der Angeklagte betrieb damals eine Fahrschule und war Ermittlungen zufolge nicht der einzige Komplize des Psychologiestudenten. Der inzwischen 38-Jährige arbeitete als Praktikant in einem Institut, das als zertifiziertes Unternehmen medizinisch-psychologische Untersuchungen, kurz MPU oder auch „Idiotentest“ genannt, durchführte. Insgesamt 91 MPU-Gutachten soll der Student hinter dem Rücken aller anderen Mitarbeiter hemmungslos gefälscht haben. Im Juli 2012 erhielt er drei Jahre Haft. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig. Der Prozess geht Dienstag weiter. K.G.

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