• Prozessauftakt gegen Vietnamesen und Türken, welche "Fußballspieler" geschleust haben sollen

Berlin : Prozessauftakt gegen Vietnamesen und Türken, welche "Fußballspieler" geschleust haben sollen

Ein Vietnamese und ein türkischstämmiger Deutscher müssen sich seit gestern als mutmaßliche Mitglieder einer Menschenschmuggler-Bande vor dem Berliner Landgericht verantworten. Die Gruppe soll Inder, Pakistani, Chinesen und Vietnamesen für mehrere tausend Mark pro Person gewerbsmäßig nach Prag geschmuggelt haben, um sie von dort nach Deutschland, Frankreich oder Holland weiter zu schleusen.

Der 32-jährige Vietnamese aus Lichtenberg gestand zu Prozessbeginn, im Auftrag eines in Tschechien ansässigen Landsmannes Fahrer "organisiert" zu haben. Dieser Mann habe jeweils vorher angerufen und die Zahl der in ihren Gesprächen als "Fußballspieler" oder "Onkel" bezeichneten Personen angekündigt, sagte der Angeklagte. Seine Bezahlung und das Geld für die Fahrer seien in einem China-Imbiss hinterlegt worden.

Über die Organisation hat der Angeklagte nach eigenen Angaben keinerlei Informationen. Er habe seinen Partner in einem Zentrum für Vietnamesen in Berlin kennen gelernt und sich bereit erklärt, für jeweils 500 Mark Fahrer zu beschaffen.

Der Mitangeklagte muss sich wegen einer Schleusung verantworten. Vier Chinesen und ein Vietnamese, die der 25-Jährige im letzten Juni zur Weiterfahrt nach Holland abgeholt hatte, wurden hinter der tschechischen Grenze von der Polizei festgenommen.

Die meisten der in der Anklage aufgelisteten Transporte zwischen März und Juni 1999 gingen schief. Ein Taxifahrer, der "Ware" abholen sollte, rief die Polizei, als er merkte, worauf er sich eingelassen hatte. Zwei Mal hatte der Vietnamese nichts ahnend einen verdeckten Ermittler mit Fahrten beauftragt. Beide Transporte von insgesamt zehn Personen nach Rotterdam oder Paris waren jedoch zuvor von Prag aus abgesagt worden.

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